Am Anfang was anderes - bevor s in medias res geht: Bei den CeiberWeibern wird es auch Webvideos geben - allerdings muss ich erst rumprobieren, wie sie auch gute Qualität haben :-) Getestet wird an Modellen, die ja dankbarerweise zur Verfügung stehen wie ATHOS :-)
Das Ganze hat nur einen Haken: in Video-Qualität nimmt die Kamera nur 15 Sekunden am Stück auf, dann zeigt sie Recording an, und der nächste Film (wieder 15 Sekunden) wird erst danach aufgenommen und ist ein neues File. Vielleicht kennt sich eine/r UserIn aus? Es handelt sich um eine Sony Cybershot, die ich seit ca. 2001 verwende (also nicht das allerneueste Modell), Gerade wo es auf Ton ankommt, wäre natürlich blöd, wenn nur bruchstückweise aufgenommen wird. Die Videos auf dieser norwegischen Katzenseite sind in etwa das, was ich gerne zustande brächte (von der Länge her und manchmal auch vom Inhalt - einmalig die Katzengeburt bei den Infos zur Norwegerkatze Felice). Muss denen ein Lob ins Gästebuch schreiben, und vielleicht kennen sie meinen Onkel, der mit einer norwegischen Expedition den Everest bestieg....(da die Cattery Chumalunga heisst, haben die ZüchterInnen evtl Bezug dazu)
Momentan geht es nur so wie das kleine Quicktime-Testvideo, das ich auf die CeiberWeiber-Seite gestellt habe. Es war in normaler Qualität aufgenommen und dauert ca. eine Minute, sieht vergrössert unscharf aus und braucht trotzdem 1 MB Speicher. Da muss die optimale Lösung erst gefunden werden :-)
Auf den Artikel zu Gewaltverbrechen und Tierquälerei gibts positives Feedback einer Veganer-Initiative, die den Text auch weiterverbreitet, da es zu diesem Thema leider wenig Material in unseren Breiten existiert. Auf EU-Ebene wird mal jemand für mich nachfragen, ob etwas bekannt ist (der jedoch meinte, wenn ein Zusammenhang vor allem in den USA gesehen wird, dann kann es sein, dass die einfach jeden einsperren wollen - das Zahlenmaterial würde, bei uns erhoben, aber wohl eine ähnliche Sprache sprechen).
Beim Wiener Frauennotruf am 8. Dezember hab ich vorm Gehen auch noch schnell gefragt, ob sie Erfahrungswerte haben. Ja, Angriffe auf Haustiere und Bedrohung der Tiere, um die eigentliche weibliche Zielperson einzuschüchtern, kommen häufig vor. Frauen berichten regelmässig davon, es wird jedoch nicht speziell in Statistiken erfasst. Und Tiere kann man ja auch nicht ins Frauenhaus mitnehmen....
Aber nun zum Frauennotruf in eigener Sache. (in der sich wohl viele Frauen wiederfinden): erstmal macht der Weg in die Beratungsräume klar, wie sehr Frauen in unserer Gesellschaft immer noch bedroht sind. Die Adresse wird, wie bei Frauenhäusern, geheimgehalten. Vom Gebäude her würde man erstmal an gar nichts Besonderes denken, innen erinnert es vielleicht an ein altes Krankenhaus oder ein Amtshaus, jedenfalls irgendetwas, das schon mal einem öffentlichen Zweck diente und nicht ganz modern gebaut ist. Also optimale Tarnung, wobei dann noch drei Gegensprechanlagen überwunden werden müssen. Eine Tür öffnet sich erst dann, wenn sich die vorherige geschlossen hat.
Drinnen ist das Ambiente nett und freundlich, es gibt viele der mit bunten Streifen verzierten Broschüren der Frauenstadträtin (wie Frauenratgeberin oder Sicherheitstipps). Ein grosser und zwei kleine Drachen aus Pappmachè wurden einmal in einer Schule gebastelt und dienen sicher gut der Unterhaltung mitgebrachter Kinder. Ein Beratungszimmer dient Einzelgesprächen, und ausserdem werden rund um die Uhr Anrufe entgegengenommen, nicht von jeweils nur einer Frau, sondern von einem Team, das auch bspw. juristischen Rat geben kann. Grundsätzlich kann die Anruferin natürlich auch ein persönliches Gespräch wünschen oder es wird ihr aufgrund ihrer Schilderungen vorgeschlagen.
Eine Juristin widmete sich mir, zwischen uns ein Tisch mit einer Packung Taschentücher, zu der wohl viele Frauen dankbar greifen. Im Wesentlichen bestätigte sie aufgrund meiner Schilderungen meine Einschätzung, und obwohl ich es chronologisch machen wollte (da ich ja eben bei einer Tagung hörte, was alles abgecheckt werden muss, wollte ich der Mitarbeiterin alles von vornherein klar präsentieren), fiel auch mir manches erst bei Nachfragen ein. Klar begann ich mit "zwei Nachbarn, direkter Nachbar und sein Nachbar, der direkte Nachbar ohnehin auch schon vor dem Sommer immer wieder unangenehm", aber die exakte Reihenfolge einhalten geht nicht automatisch.
Dass ich irgendwas verharmlose oder mir nicht bewusst bin, wie schlimm es ist, glaube ich zwar nicht - dennoch hilft Nachfragen auch "nichtambivalenten" Frauen, wieder zu realisieren, was alles schon passiert ist. Das Gift, das mir über den Zaun geworfen wurde, der aggressive Nachbarskater, der mein Blogwappentier Baghira am Auge verletzte und dafür von seinem Herrchen gelobt wurde - all das kam nach der Schilderung der Vergewaltigungsdrohungen (die vom Ablauf her danach kamen) vom 19.7. und 21.7.2006:
WENNST DA KAN MANN DA HER NIMMST, BIST DA NET SICHER, MAN MUSS ES DIR MAL ORDENTLICH BESORGEN, DANN WIRST WIEDER NORMAL, WIR STELLEN HIER DIE REGELN AUF, WENNST DICH NICHT DRAN HÄLTST, VERTREIBEN WIR DICH
(dann noch Drohungen, die Katzen umzubringen, was für die Herren eine sehr vergnügliche Vorstellung ist)
(und mann fand es wahnsinnig witzig, dass ich mich zur Wehr setzen wollte: DU BIST JA GAR KEIN MENSCH, DU HAST GAR KEINE RECHTE, DU GEHÖRST JA IN DIE PSYCHIATRIE, HIHIHI, INS GITTERBETT - dies wiederum mehrmals, auch nachdem ich die Polizei holte)
dies alles an zwei unterschiedlichen Tagen fast wortident (ausgesprochen von einem Mann, der laut Buwog im Marktamt arbeitet), unter wieherndem Beipflichten seines Kumpels, des direkten Nachbarn, der sich bei "Psychiatrie" und so auch selbst äusserte, sich ansonsten den härteren Drohungen des Freundes anschloss.
Wenn also eine Frau von einem Mitarbeiter der MA 30 bedroht wird, muss sie zur MA 57 gehen, die u.a. den Frauennotruf betreibt, um sich seelische Unterstützung zu holen (sehr geehrter Herr Bürgermeister: die gross geschriebenen Aussagen stammen von einem Ihrer "Untergebenen" - dulden Sie dies?). Üblicherweise, meinte ich, wende sich die Buwog (die früher nur Wohnungen an BeamtInnen vergab) an Vorgesetzte, wenn es Probleme mit Hausbewohnern (die im öffentlichen Dienst stehen) irgendwo gibt.
Dies war anscheinend kein Grund dafür - aber laut Beraterin entspricht dies den Erfahrungen vieler Frauen, dass gerade dort, wo andere etwas tun können, ohne sich gross reinhängen zu müssen, nichts geschieht. Was aus meiner Anzeige vom Sommer (21.7., dem Tag der zweiten Drohungen) wird, kann sie nicht einschätzen, da es gang und gäbe ist, dass Polizisten Anzeigen bedrohter Frauen ignorieren. Sehr selten findet sich eine Frau nicht damit ab und beschwert sich bei der Landespolizeidirektion - eben weil dieser Schritt so rar ist, kann man auch nicht sagen, was dabei herauskommt.
Möglicherweise ist die Anzeige dann dadurch in gewisser Weise aktiviert, vielleicht aber auch nicht. Der Notruf rät Frauen, bei der nächsten Bedrohungssituation wieder die Polizei zu rufen, diesmal auf der Anzeige zu bestehen und sich die Dienstnummern geben zu lassen, sich also durch die erlebten Dienstpflichtverletzungen nicht entmutigen zu lassen. Ich mache das natürlich 100pro, aber es wird nicht wenige völlig frustrieren, von der Polizei, die die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrechterhalten soll, als Staatsbürgerin zweiter Klasse behandelt worden zu sein.
Die Beraterin meinte, es sähe so aus, als würden sich die beiden Nachbarn zuerst nur zu zweit gegen mich auftreten trauen und jetzt sogar nur mehr zu dritt, da der Leiter des Wohnservices im Haus, einem Volkshilfe-Projekt, die falschen Behauptungen der beiden unkritisch übernimmt und sich zu eigen macht. Dies selbstentlarvend, da er nicht FRAGT, ob etwas so ist, wie die beiden sagen, sondern es FESTSTELLT - und versucht, MIR Anweisungen zu erteilen, Dinge zu gebieten (was die Volkshilfe ganz okay findet, siehe weiter unten). Insofern sollte es mich amüsieren, dass sie im Grunde recht feige sind - und auch, dass sie mir auch zusammengenommen intellektuell nicht gewachsen sind. Ist mir schon bewusst, meinte ich, aber auch solche Leute können einem das Leben schwermachen, und es gibt wegen der zu grossen Unterschiede auch keinerlei Verständigungsbasis.
Ich stellte mir vor, wie vielen Frauen (meist mit zerknüllten Taschentüchern in der Hand und schniefend) wohl auf dem Sofa, wo ich am Donnerstagabend sass, aufgegangen ist, dass sie ihren Verfolgern / Quälern / Vergewaltigern / Ex-Freunden etc. einiges voraus haben. Freilich war mir dies nicht sonderlich neu (und mir wäre eine Schachtel Knaller statt der Taschentücher lieber gewesen :-), immerhin gibts tolle Trillerpfeifen, die schön schrill sind), aber auch sogenannte starke Frauen brauchen Unterstützung - und je mehr Frauen, die ohnehin selbst viel unternehmen können, einer bedrohllchen Situation nicht hilflos ausgeliefert sind, sich beraten lassen, desto deutlicher wird das Ausmass der Übergriffe auf Frauen.
Meine Vision ist, dass sich Frauen immer weniger gefallen lassen und immer früher wehren, damit auch die ersten Anzeichen von später oft eskalierenden Situationen zu Gegenmassnahmen führen. Jede Frau versucht erstmal, kleinere Übergriffe nicht zu ernst zu nehmen, weil man sich sonst permanent zur Wehr setzen müsste - und ja meistens das Umfeld nicht bereit ist, etwas zu unternehmen, sondern selber froh ist, mit üblen Typen möglichst wenig zu tun zu haben. Ich hatte oft ein ungutes Gefühl, wenn einer der beiden Männer, speziell mein direkter Nachbar, etwas sagte. Beispielsweise meinte er - nachdem ich ihm die Meinung gegeigt hatte, weil er sich in alles einmischt, was ihn nichts angeht -, dass "wir" doch Efeu am gemeinsamen Gartenzaun wachsen lassen sollen und keinen Sichtschutz brauchen.
Dieses "wir" war sein wir, war ein mir etwas aufzwingen, das ich ganz anders sehe (liebe Frauen, wehrt euch gegen jedes wir, das nicht eurem Wunsch entspricht, egal wie banal der Anlass scheinen mag). Ich wollte aber mit dem bekannt aggressiven Typen, der z.B. den Sohn meiner Nachbarin gleich mal anpflaumte, als sie die Wohnung besichtigte, möglichst keinen Dauerkonflikt. Musste aber feststellen, dass ihm die normale Rücksichtnahme auf andere Menschen und deren Privatsphäre fremd ist, sodass er sich so in den Garten setzte, dass er mich immer sehen konnte. Ich drehte meine Stühle zwar in die andere Richtung, sah ihn aber immer beim Aufstehen und Reingehen etc.
Fast, wie wenn ich in meinem Garten nur mit steifem Rücken herumgehen kann - ich glaube, das Bild macht es sehr deutlich. Ich dachte immer öfter ****spanner und W*****! und befestigte schliesslich die Windschutzplane am Zaun (meine Mutter: "mach es halt dann schnell, wenn er nicht da ist!" - sie hatte kurz vorher festgestellt, dass mein Gras am Zaun wohl durch Gift abgestorben ist, dass der Typ rüberwarf. Dass ich nichts sagen wollte, verstand sie, denn ich meinte, der ist so ungut, mischt sich in alles rein und schimpft auf alle, und seinem grossen Getue mit dem nächsten Nachbarn - der dann die Vergewaltigungs- etc. Drohungen aussprach - nach zu schliessen planen die beiden dauernd Intrigen gegen irgendwelche Leute, von der "bösen" Buwog bis zu HausbewohnerInnen und anderen).
Wie bereits am 7.12. erwähnt, wurde ich wegen der Plane ein paar Tage lang vom "Spanner" vor sich hinschimpfend mit allen möglichen Ausdrücken bedacht.
DEPPERTE - DAMISCHE - SCHIACHE - SCHEISSDRECK
Es erinnerte mich an den Badeteich drüben am Wienerberg, wo ich des öfteren Ähnliches erlebte, wenn die Alteingesessenen Spanner vom Nacktbadebereich vertrieben. Dort kann frau übrigens gut beobachten, wie die Erkenntnisse von Gavin de Becker in "Mut zur Angst" (dieses Buch braucht jede, auch wenn sie es gerade im Moment noch nicht braucht!) anwendbar sind. Er meint, Männer, die eine Frau respektieren und nicht belästigen wollen, die sie nicht kennen, warten, bis sie angesprochen werden.
Das ist nicht Übervorsicht a la USA, wo es auf Unis penible Verhaltenskodices gibt, sondern funktioniert: die Spannertypen lungern meist in den Gebüschen an den Wegen vom Teich weg herum. Sie reden Frauen an, folgen ihnen. Normale Menschen nehmen an, dass Personen, die von einem Badeteich kommen, nach Hause wollen und nicht die Absicht haben, noch schnell eine Bekanntschaft zu schliessen. Männer, die zur "Teichbelegschaft" gehören oder sich ihr neu anschliessen, lassen sich von Frauen ansprechen, wenn keine anderen Menschen herum sind, und werden nicht selbst initiativ. Auf diese Weise führte ich z.B. ein interessantes Gespräch mit einem Mann, der auf der Luftmatraze trieb, während ich ihn umkreiste. Er erzählte mir einiges über die Geschichte der Teiche, das ich noch nicht wusste.
Wir verabschiedeten uns freundlich, und ich kehrte zum Ufer zurück. Bei der improvisierten Treppe am Ufer ist alles zwanglos, aber dort ist ja auch soziale Kontrolle, sodass eine angesprochene Frau nicht fürchten muss, dass jemand sinistre Absichten hat. (Obwohl dort einmal ein Mann, der uns sowieso komisch vorkam, versuchte, ein Mädchen im Wasser zu begrapschen. Was ihm alles angedroht wurde, kann ich hier nicht wiedergeben - er traute sich lange gar nicht aus dem Wasser :-).
Typen, die keinerlei natürliche Rücksicht auf andere kennen, haben nicht das Zögern, Dinge zu tun, die für andere vielleicht nicht akzeptabel sind. Normalerweise ist man ja eher zu vorsichtig, um niemanden zu beeinträchtigen, als dass man unbekümmert alles tun würde, was einer/m in den Sinn kommt. Selbstverständlich manifestiert sich diese Rücksichtslosigkeit überall, wo keine Grenzen gesetzt werden: man macht andere zur Sau (die froh sind, wenn die Typen so bald nicht wieder anrufen), man schreit Kinder an, wenn sie angeblich nicht zum Haus gehören oder quer über den Hof gehen (auf dem nicht "Betreten verboten!" steht), man schimpft laut und ordinär über alles und jedes, meist das Lieblingsfeindbild "de Auslända" inkludierend, wirft Spielsachen, die einem Kind von einem Balkon gefallen sind, weit fort, statt sie aufzuheben, man belästigt Frauen sexuell (wenn man meint, damit durchzukommen), man lässt eine ganze Batterie an Einschüchterungen und Drohungen los, wenn jemand sich nicht alles gefallen lässt.
Wenn derlei Personen scheinbar verständig auftreten, ist dies eiskalte Berechnung - so werden im Nu Leute eingewickelt, die schon halb damit gerechnet hatten, aufs Ordinärste beflegelt zu werden. Wer damit keine Erfahrung hat, kann es kaum glauben, aber es gibt gerade gute und sensible Menschen, die wie in Trance jede dreiste und offensichtliche Lüge solcher Personen schlucken. Sie sind unfähig, die "Masken der Niedertracht" zu durchschauen, so der Titel eines Buches über Soziopathie. Vermutlich geht es dabei um Angst vor denjenigen, die schon so viele andere beschimpft, eingeschüchtert und ausgerichtet haben. Statt zu realisieren, dass man hiermit gerade am eigenen Leibe erlebt, dass die Opfer sich zu Recht bedrängt und bedroht fühlen, wird alles getan, um die Täter friedlich und günstig zu stimmen.
Dass die von mir erlebte Mediation nicht das war, was man allgemein darunter versteht, meinte auch die Beraterin aufgrund der Schilderung des Ablaufes (heute hat mir ein Mediator - der im Aufsichtsrat der Buwog-Eigentümer sitzt - bestätigt, dass eine Mediation abgebrochen werden muss, wenn sich ein Teil so unwohl fühlt, dass er dauernd hinausrennt, und auch, wenn der Mediator unverschämt angelogen wird). Wenn auch mir, wo ich vieles weiss, mich informieren und halbwegs wehren kann, das Gespräch mit dem Notruf so viel bringt, dann wird es für Frauen, die sich einer Situation erstmal ausgeliefert fühlen, umso nutzbringender sein (71719, falls grad jemand überlegt, sich beraten zu lassen). Vieles geht einer erst danach auf, wenn alles Revue passiert.
Auch die Beraterin fand nicht gerade passend, Mediation unter das Motto zu setzen, dass ich Angst hätte - angesichts von Männern, die sich verbünden und hintenrum agieren müssen, weil sie es allein und direkt mit einer Frau nicht aufnehmen können, ja wirklich eher abwegig. Angst in dem Sinne hatte ich nur, was allfällige Übergriffe auf mein Privateigentum (dazu zählen auch Tiere nach dem Gesetz) betraf, und dass ich, wenn ich mir derlei nicht gefallen lasse, einen dauernden Gerichtskrieg ausfechten muss. Vor allem war ich SAUWÜTEND, denn WIE KOMME ICH DAZU, MIR SOWAS BIETEN ZU LASSEN? Am liebsten hätte ich zeitweise das Szenario des Films Hard Candy nachgestellt.
"Frau Bader hat Angst, und wir wollen doch, dass sie sich hier sicher fühlt" war nennt gemeint vom Mediator, aber nicht ganz meins (ich dachte, er hat Erfahrungen mit sowas, wenn man das Ziel so erreicht, soll's mir recht sein). Auch ein erzwungenes wir, da es in einer angstfreien Situation wohl kaum ein wir zwischen Mediator und Aggressor geben kann. Tatsächlich bedeutet dies, dass aus Sicht der Buwog (zu deren Service Mediation gehört, was an sich ja eine gute Idee ist) es den Männern überlassen bleibt, mir eventuell Verfolgungsfreiheit zu gewähren - sofern ich mich ihren Regeln unterwerfe. Genau so habe ich dies auch wahrgenommen, und tatsächlich ist eingetroffen, dass sie aus dem grosszügig gewährten "Bleiberecht" alle möglichen Zugeständnisse ableiten, die ich angeblich gemacht hätte. (Aus Tätersicht nicht ganz absurd, da mann mir unter der falschen Prämisse, mir die Gnade erweisen zu können, mich in Ruhe zu lassen, auch etwas im Gegenzug abverlangen kann - dass Typen, die Frauen einschüchtern und bedrohen, nicht das Geringste an "Zugeständnissen" zu erwarten haben, war nur meine Ansicht...)
Diese fordert auch der Hausbetreuer (Volkshilfe-Projekt Wohnservice) von mir ein, der laut Volkshilfe Wien sich offenbar nur in meiner Fantasie Behauptungen der beiden Männer zu eigen macht. Wie gesagt als TATSACHEN, ohne dass überhaupt noch FRAGEN der Mühe wert wären. Und ausserdem - lässt sich bspw. eine Geschäftsführerin von der Reinigungskraft vorschreiben, was sie zu tun hat, unter Verwendung von Intrigen der Konkurrenz? (Oder der Vorsitzende der Volkshilfe, Landtagspräsident Hatzl, was er zu lassen hat, von jemandem, der im Rathaus Glühbirnen austauscht?) Danke liebe Volkshilfe, für diesen Freibrief der wahren Männerfreundschaft - allerdings ist das Wohnservice ohnehin umstritten, da es einen stolzen Posten auf den Betriebskosten ausmacht und nur so gut funktioniert, wie die gerade zur Verfügung stehenden Langzeitarbeitslosen es wollen... (einige im Haus votieren für den Vorschlag, eine dazu bereite Familie zum Hausmeisterpaar zu machen - dem sollte ich mich vielleicht anschliessen)
Es unter dem Aspekt der "Angst" abzuhandeln, mag bequem sein, lässt aber verkehrte Verhältnisse aufrecht, denn in Wahrheit steht es den Männern nicht zu, über mich zu befinden, wohl aber der Buwog, über diese Männer zu befinden. Die Juristin vom Notruf meinte, es sei immerhin ein gutes Zeichen, dass keine Drohungen mehr kamen. Ich war darüber etwas erstaunt, da ich dies für selbstverständlich halte. Es ist aber vielsagend - zehn Jahre der Beratung haben wohl ergeben, dass ein Ausbleiben weiterer Drohungen eher die Ausnahme als die Regel ist. Sie vermutete, dass die Typen immer millimetergenau am Strafrecht vorbeischrammen (was mich an die Strategie von Holocaustleugnern erinnert), dass sie es aber beim Strafttatbestand der Üblen Nachrede nicht so genau abchecken können (nachvollziehbar, denn hier braucht es Intellekt).
Nach der Beratung hatte ich dann die Idee, am Montag früh mal zu sehen, ob der Nachbar mit dem Zerberus-Kater Säckchen mit Katzenkot in den Abfalleimer am Gang wirft (wer sich wundert, was das soll - siehe 7.12.). Ich hielt Tagwache von 4.45 bis 6.00, bekam genau mit, dass er ging (obwohl meine Wohung vom Ausgang weiter entfernt ist als seine), da es Ganglicht gab und der Typ Weihnachtsdekoration leuchten hat, wenn er da ist. Im Grunde eine absurde Aktion, aber es wäre zu witzig gewesen, ein Video bei Youtube ins Netz zu stellen.... (unter dem Aspekt, dass ich ja ich verdächtigt werde, solche Säckchen nicht zur Mülltonne zu bringen, wäre dies ein Knaller)
EsoterikerInnen würden statt von "Masken der Niedertracht" von "dunklen Wesenheiten" oder "dunklen Seelen" sprechen. Mit "normaler Psychologie" haben solche Erklärungen doch einiges gemeinsam, da es um Personen geht, die das Licht in anderen zerstören wollen. Die Kindern unbeschwerte Momente des Spielens im Dachgarten (der einen tollen Ballspielbereich hat) kaputtmachen, Kinder und Erwachsene anschnauzen, wenn es sich um verletzbare MigrantInnen handelt (die gerade einen Moment der Nichtdiskriminierung erleben, wenn sie nach Arbeit und Heimweg zuhause ankommen). Menschen, die sich amüsieren, die Fröhlichkeit durch Schimpfen ausblasen, Menschen, die sich abends im Garten entspannen wollen und vielleicht gerade was Schönes erlebt haben, die Laune verderben, indem laut und stundenlang geschimpft wird. Menschen, die Tiere lieben und von ihnen geliebt werden, Angst einjagen, indem die Tiere bedroht werden - auch, weil Tiere, denen es gut geht, ein Ausbund an Lebensfreude und Liebe zum Leben sind.
Man nennt solche Typen auch Energievampire, aber das trifft es meiner Ansicht nach nicht genau. Es kann sein, dass eine Frau, der sich eine "dunkle Seele" unter scheinbarer Aufbietung allen Charmes nähert, bald ausgesaugt fühlt. Doch generell haben sie auf die Umwelt meistens den Eindruck eines Schattens vor der Sonne, der Party, die durch einen Gast zerstört wird, der unbegreiflicherweise eine Szene macht. Sie können sich blendend verstellen und werden auf Anhieb nur von jenen durchschaut, die Erfahrung im Umgang mit "dunklen Seelen" haben. Andere sind erleichtert, dass finstere Wesen, die permanent alles schlechtmachen, plötzlich ganz anders reden können. Sie übersehen, dass alles Berechnung ist, und merken nicht, dass schöne Worte sich durch entgegengesetztes Handeln verraten. (Wie können Männer, die befürchten, Katzen könnten in die Sandkiste machen, Kinder anschnauzen und vertreiben, sich nie mit allein spielenden Kindern beschäftigen und von einem Balkon fallendes Spielzeug einfach in den nächsten Graben werfen? - nur ein Beispiel, aber bei derlei Charakteren entlarvt sich jede scheinbare Menschlichkeit durch das wahre Verhalten)
Selbst übernehmen sie nie Verantwortung, sodass alle anderen alles schlecht machen; wer keine Verantwortung übernimmt, kann es aus Eigensicht nur besser machen. Sie haben nie an etwas Schuld (weil sie keine Verantwortung übernehmen), üben nie Selbstkritik (weil auch das beinhaltet, erstmal Verantwortung für die eigenen Handlungen zu haben). Sie wissen alles besser, weil sie wenig selbst erfahren und ausprobiert haben. Wenn sie dir vor zehn Jahren beinahe einmal geholfen hätten - du es aber ohne sie auf die Reihe gekriegt hast - halten sie dir ewig vor, dass sie dir damals geholfen haben (auch wenn es nur blosse Absicht war) und erzählen es auch allen anderen, sooft sie es gar nicht hören wollen. Ihr Problem ist fehlende Kontrolle, sodass sie Menschen das Licht rauben müssen, die vermeintlich mehr Kontrolle haben oder die ihre Situation akzeptieren. Meist richtet sich ungeheure, hinter ***** freundlichkeit verborgene Aggression gegen "sozial Höhergestellte", weil diese Menschen mehr Kontrolle über ihr Leben haben.
Ihre Sternstunde sind die grossen und kleinen Tragödien, die es auch im Leben "lichtvoller" Menschen gibt - sobald sie derlei mitbekommen, können sie herumrennen und ausrichten, dem Schmerz dieser Menschen zusätzliches Leid zufügen. Als letzten Sommer mein Katerchen Merlin plötzlich verschwunden war, suchte ich ihn verzweifelt überall. Ich war immer den Tränen nahe, hatte schon Suchzettel gemacht und kaum geschlafen, und dann hörte ich, wie der Nachbar (der mit dem Kater Zerberus) mich laut bei allen ausrichtete, derer er habhaft werden konnte: DE KONN NET MIT IHRE KOTZN UMGEHEN, DE PASST NET AUF IHRE KOTZN AUF usw. Später sah ich das bösartige Glitzern in den Augen, als mich sein Kumpel bedrohte (als Spannerschützenhilfe) und besonders, als sie sich vorstellten, wie sie meine Katzen töten. Endlich endlich haben sie etwas gefunden, wo ich reagiere, meine Schwachstelle erwischt, können mich quälen, auch noch in meinen Träumen quälen.
Zum Glück neige ich eher zu Fantasien wie NO PASARAN! und dazu, mir vorzustellen, wie ich diese Typen mit einem grossen Schwert in der Hand in den nächsten Sumpf treibe, als dazu, dann wirklich die Nerven zu verlieren. Was aber mit Menschen, die gerade wenn ihre "Schwächen" (die zugleich zu den besten Seiten gehören) berührt werden, nicht mehr wissen, was sie tun sollen? Wieviele Frauen und auch Kinder verbringen wohl gerade jetzt eine schlaflose Nacht nach der anderen? Wie sehr sind sie belastet, was können sie alles nicht tun, weil sich sich Abwehrmassnahmen ausdenken müssen, wie verbringen sie Zeit, in der sie sich erholen sollten? Auch mir hat es schon viel Kraft und Nerven gekostet, dass solche Typen ihr Unwesen treiben können, ohne dass sie jemand aufhält.
Und: auch bei mir gibt es eine gewisse Leichtigkeit und Unbeschwertheit nicht mehr, beziehungsweise kommt sie erst nach einigen Tagen wieder, in denen "nichts passiert" ist. Dass etwas passieren kann, habe ich wohl zumindest unbewusst immer im Hinterkopf. WIE KOMME ICH DAZU, VERDAMMT NOCH MAL???? WO IST DIE GESELLSCHAFT, DIE DAFÜR SORGT; DASS MIR ALS STAATSBÜRGERIN NICHTS PASSIEREN KANN?
11.12.06
10.12.06
Wieder einmal: Litwinenko und das Cui bono?
Tun Sie etwas für sich, entspannen Sie! - So der Rat des Wiener Frauennotrufs vorgestern, als ich dort einen Termin mit einer sehr netten Juristin hatte (wegen dem am 7.12. Geschilderten). Nun denn, erstmal das Entspannende (und dann das Spannende? :-). Da ich am 8.12. nach besagtem Termin gerade rechtzeitig in der Innenstadt war, um das Zusperren der Geschäfte zu erleben, habe ich den kleinen Bummel - ohne gross was zu kaufen - gestern nachgeholt. Im Grunde gestern früh hatte ich in der Badewanne eine Idee, die genial ist, wenn sie auf Anhieb klappt. (Wenn's nicht sofort passt, brauch ich halt etwas Geduld - wofür, wir nicht verraten).
Dazu wäre mehr technisches Equipment im "Computerhaushalt" hilfreich, sodas ich unterwegs beim Saturn im Columbuscenter in Favoriten vorbeischaue. Dort stellt sich heraus, dass es das, was ich bräuchte, nicht auf den ersten Blick gibt (erstens muss bei mir alles Mac-konpatibel sein und zweitens war extrem viel los und der Verkäufer, der sich beim gwünschten Produkt auskennt, nicht da). Machte aber nichts, da ich die tolle Idee auch so realisieren kann. Immerhin bekam ich endlich ein (Mac-kompatibles :-) Druckeranschlusskabel, das ich bislang vergeblich suchte.
Dann ging es weiter zum Bazar der Anglikanischen Kirche, nicht weil ich gläubig bin, aber weil es dort immer ganz nett ist und ich nie ohne etwas zu kaufen wieder gehe. Leider konnte ich die Stimmung nicht sehr lange geniessen, da ich noch einkaufen musste (in der Innenstadt, wo Supermärkte kein Katzenfutter haben, ergo Supermarkt und Drogeriemarkt mit Schlangen an der Kassa besucht werden müssen). Das alles war recht entspannend, sodass ich gleich noch etwas Entspannung nachschiebe:
Ich sehe mal, was es zu Dingen Neues gibt, die mich soweit beschäftigen, dass sie hier schon Thema waren, Etwa der Fall Litwinenko, zu dem Justin Raimondo bei Antiwar.com (einer Seite, der ich seit dem Kosovokrieg 1999 "treu" bin) auf den NPT verweist (Non Proliferation of Nuclear Wapons Treaty), bei dem die GUS ja Mitglied ist. Amid all the hysteria emanating from the British tabloid press (or do I repeat myself?) over l’affaire Litvinenko, the facts are not fitting the original narrative of a KGB hit against a heroic “human rights” crusader. UPI reports the latest in this developing story:
Die GUS produziert nämlich kein Polonium-210 mehr, das dem NPT unterliegt, was durch die IAEO natürlich überprüft ist. Die letzte Anlage, die es hätte herstellen können, wurde vor zwei Jahren geschlossen. 8 Gramm, die als Letztes produziert wurden, verkaufte man an US-Firmen, die es an britische Firmen lieferten. Allerdings gibt es Länder, die dem NPT nie beitraten, aber Polonium herstellen können, wie die Atommacht Israel, die Verbindungen zu Litwinenko hatte.
Der russtsche Politiker Yegor Gaidar (früher Premierminister, heute Präsident des Instituts für Wirtschaft im Wandel) sollte eine Rede in Dublin halten, schaffte es aber nur mit Mühe, und ihm rettete das Leben, dass er später sein Hotelzimmer verliess, obwohl, er sehr müde war. Auch er wurde vergiftet, wobei sich seine Ärzte daheim über die Veränderungen in seinem Körper wunderten, nachdem sie ihn erst kurz davor durchgecheckt hatten und Bilder vergleichen konnten. Er meint, die Regierung Putin habe sicher kein Interesse, ihn zu töten - eher Akteure hinter den Kulissen. Im Guardian gibt es einen Kommentar, wonach die Neocons den Fall Litwinenko für eine Kampagne gegen Putin in den USA und in Europa benützen.
Obwohl es vieles an Putin zu kritisieren gibt (u.a. Menschenrechtsverletzungen), hat die Welle der Antipathie ganz andere Gründe: Even so, those on the centre-left who have joined the current wave of Putin-bashing ought to consider whose cause they are serving. Long before the deaths of Litvinenko and the campaigning journalist Anna Politkovskaya, Russophobes in the US and their allies in Britain were doing all they could to discredit Putin's administration. These rightwing hawks are gunning for Putin not because of concern for human rights but because an independent Russia stands in the way of their plans for global hegemony. The neoconservative grand strategy was recorded in the leaked Wolfowitz memorandum, a secret 1990s Pentagon document that targeted Russia as the biggest future threat to US geostrategic ambitions and projected a US-Russian confrontation over Nato expansion.
Was etwa "Der Standard" nie im Leben veröffentlichen würde, kann man in Grossbritannien in gelebter Meinungsfreiheit durchaus lesen: Every measure Putin has taken has been portrayed by the Russophobes as the work of a sinister totalitarian. Gazprom's decision to start charging Ukraine the going rate for its gas last winter was presented as a threat to the future of western Europe. And while western interference in elections in Ukraine, Georgia and other ex-Soviet republics has been justified on grounds of spreading democracy, any Russian involvement in the affairs of its neighbours has been spun as an attempt to recreate the "evil empire".
As part of their strategy, Washington's hawks have been busy promoting Chechen separatism in furtherance of their anti-Putin campaign, as well as championing some of Russia's most notorious oligarchs. In the absence of genuine evidence of Russian state involvement in the killings of Litvinenko and Politkovskaya, we should be wary about jumping on a bandwagon orchestrated by the people who bought death and destruction to the streets of Baghdad, and whose aim is to neuter any counterweight to the most powerful empire ever seen. Dazu kommt, dass der Westen durchaus Al Qaida-artig mit Fake Terror interventiert, um dann Putin für die Reaktionen anzuklagen.
Lesenswert sind auch weitere Kommentare von Raimondo, etwa vom 4.12., wo er betont, dass Litwinenko kein Menschenrechtsaktivist war und eine seltsame Kombination von Freunden hatte. Als Märtyrer eignet er sich auch deshalb nicht, weil er KGB / FSB-Material zu erpresserischen Zwecken einsetzen wollte. Ausserdem kann es sein, dass er Nuklearmaterial schmuggelte (wenngleich Polonium nicht mehr hergestellt wird und das letzte Po 210 in die USA ging). Raimondo leitet aus den vielen Orten, wo Radioaktivität festgestellt wurde, eine Vergiftung als Unfall als am ehesten wahrscheinlich ab (könnte insofern passen, als dass der Zerfall von Po 210 mit der Herstellung beginnt).
Uns und auch Raimondo erinnert dies an die auch dem KGB angelastete Vergiftung des ukrainischen Präsidenten Victor Yushchenko, die vom Rudolfinerspital in Wien diagnostiziert wurde. Freilich änderte der medizinische Direktor seine Einschätzung, wurde aber vom Umfeld Yushchenkos eingeschüchtert und trat von seiner Funktion zurück. Am 22.11. befand Raimondo, dass uns in Sachen Litwinenko sicher ein gewaltiger Bär aufgebunden wird, und verglich es mit dem Fall Yushchenko (wer verwendet schon Dioxin, um jemanden zu töten?).
Litwinenkos Freunde sind oft selbst Ex-KGB-Agenten, während Putin unterstellt wird, solche um sich zu scharen. Sein Tod untermauert auch, dass Anna Politkovskaja, deren Kritik im Ausland viel bekannter ist als in Russland, im Auftrag Putins ermordet wurde, weil dies zu seinen Behauptungen in der letzten Zeit gehörte. Der KGB wird nun permanent von jenen, die ihn zuvor als den Ausbund des Bösen und als perfekt perfide Organisation sahen, als Ansammlung von Holzköpfen hingestellt. Statt ihn nüchtern mit CIA, Mossad und anderen zu vergleichen, soll er nun nicht mehr in der Lage sein, unauffällig zu töten, wie dies auch die anderen Dienste beherrschen.
Ausserdem sind seine Agenten nicht imstande, getarnte Morde als solche zu erkennen, was komischerweise nicht nur anderen Agenten, sondern auch Laien wie Journalisten und Politikern, die irgendwann mal erkannten, wo Geheimdienste ihre Fäden ziehen, keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Also brauchen sie was ungeheuer Spektakuläres, damit sie kapieren, dass sie nicht plaudern sollen. Weiters ist der KGB plötzlich unfähig, jemanden auszuschalten, der gefährliches sagen könnte - man wählt etwas, das so lange wirkt, dass noch drei Wochen lang Verdächtigungen losgelassen werden. Und schliesslich: der KGB soll wohl (wie CIA; MI6 und Mossad) Schaden von seiner Regierung und dem Präsidenten abwenden. Das sieht anscheinend so aus, dass man den Schaden maximiert, der von den Aussagen einer Person verursacht werden könnte.
Zum cui bono ist zumindest überlegenswert, was Raimondo über Putins Politik schreibt. Denn dieser Präsident ist dem Westen unangenehm, da er das Land bei allen Fehlern zu konsolidieren versucht. Und wohl auch wegen der Rohstoffe angefeindet wird, wie wir es auch beim Iran und bei Venezuela sehen - in all diesen Ländern will man selbst über seine Ressourcen und deren Verkauf verfügen. Gerade wird bei Sabine Christiansen darüber diskutiert, warum Russland so "bedrohlich" ist. Gut sind Wladimir Kaminer, Schriftsteller (der beinah mit dem Geigerzähler abgetastet wird, wenn er in Deutschland in ein Taxi steigt), Gabriele Schmalz-Jacobsen, die als langjährige Russlandkorrespondentin viel Erfahrung hat und jetzt beispielsweise russische Menschenrechtsorganiationen zu einem Treffen versammelt. Allerdings interessierte sich dafür niemand von der Presse.
Komisch, dass Russland sein Umgang mit Energieverteilung innerhalb der Föderation vorgeworfen wird, während es völlig normal ist, den Irak zu überfallen, um Zugang zum Erdöl zu haben. Okay auch der russische Botschafter in Deutschland, Vladimir V. Kotnev, dessen Arbeitsplatz für viele wohl ein einziger FSB-Hort ist. Schmalz-Jacobsen meinte, es sei unfair, immer Putin die einstige KGB-Arbeit vorzuwerfen, während beim neuen US-Verteidigungsminister Robert Gates die Tätigkeit als CIA-Chef eine biografische Randnotiz ist. Wir können uns das "Mysterium Litwinenko" ja mal andersrum ansehen und uns fragen, ob es wirklich so James Bond-tauglich ist, wie eben in der Sendung ein Politiker anmerkte.
Jemand wird mit Gift ermordet, ganz spektakulär, das Zeugs wirkt langsam. Bevor er stirbt, beschuldigt er tagelang den US-Präsidenten, Aufttraggeber zu sein. Der Jemand war einst bei der CIA (und hat sich mit dubiosen Geschäftsleuten eingelassen, reiste kurz vor seinem Tod nach Israel, soll Leute mit Dossiers aus der Zeit bei der Firma erpresst haben(. Er hat Bush auch beschuldigt, den Mord an einer regierungskritischen Journalistin in Auftrag gegeben zu haben. (Beide Personen sind in Europa eher ein Begriff als in den USA, der Mann war nicht beispielsweise als Kritiker des Irakkrieges oder der 9/11-Farce bekannt und hat auch andere Ex-Agenten unter seinen Verbindungen.
Den Kommentatoren ist klar, dass es nur die CIA gewesen sein kann, denn - diese Art Gtftmord ist ganz typisch für sie; sie wollte den Kerl stoppen und am Reden hindern. Auf Hinweise, dass die CIA wohl wie FSB, Mossad und MI6 so morden kann, dass man dem eine Legende verpassen kann, wird ein wenig eingelenkt. Es war notwendig, ein deutliches Signal zu setzen, damit CIA-Agenten, die auch aus der Schule plaudern wollen, gewarnt sind. Der Mord sollte Schaden von Präsident Bush abhalten, was die CIA so ungeschickt anging, dass sich der mögliche Schaden maximiert hat.
Nicht, dass es sinnvoll ist, die CIA zu überschätzen - aber so ein serienweise dummes Agieren würde man ihr wohl kaum zutrauen. Gerade beim FSB, dem Gottseibeiuns vieler Schreiberlinge, wird jede Vernunft und Logik fallen gelassen.
Gute Nacht :-) Vom Frauennotruf das nächste Mal, es wird eine kurze Nacht, da ich mich frühmorgens auf die Lauer legen werde müssen....
Dazu wäre mehr technisches Equipment im "Computerhaushalt" hilfreich, sodas ich unterwegs beim Saturn im Columbuscenter in Favoriten vorbeischaue. Dort stellt sich heraus, dass es das, was ich bräuchte, nicht auf den ersten Blick gibt (erstens muss bei mir alles Mac-konpatibel sein und zweitens war extrem viel los und der Verkäufer, der sich beim gwünschten Produkt auskennt, nicht da). Machte aber nichts, da ich die tolle Idee auch so realisieren kann. Immerhin bekam ich endlich ein (Mac-kompatibles :-) Druckeranschlusskabel, das ich bislang vergeblich suchte.
Dann ging es weiter zum Bazar der Anglikanischen Kirche, nicht weil ich gläubig bin, aber weil es dort immer ganz nett ist und ich nie ohne etwas zu kaufen wieder gehe. Leider konnte ich die Stimmung nicht sehr lange geniessen, da ich noch einkaufen musste (in der Innenstadt, wo Supermärkte kein Katzenfutter haben, ergo Supermarkt und Drogeriemarkt mit Schlangen an der Kassa besucht werden müssen). Das alles war recht entspannend, sodass ich gleich noch etwas Entspannung nachschiebe:
Ich sehe mal, was es zu Dingen Neues gibt, die mich soweit beschäftigen, dass sie hier schon Thema waren, Etwa der Fall Litwinenko, zu dem Justin Raimondo bei Antiwar.com (einer Seite, der ich seit dem Kosovokrieg 1999 "treu" bin) auf den NPT verweist (Non Proliferation of Nuclear Wapons Treaty), bei dem die GUS ja Mitglied ist. Amid all the hysteria emanating from the British tabloid press (or do I repeat myself?) over l’affaire Litvinenko, the facts are not fitting the original narrative of a KGB hit against a heroic “human rights” crusader. UPI reports the latest in this developing story:
Die GUS produziert nämlich kein Polonium-210 mehr, das dem NPT unterliegt, was durch die IAEO natürlich überprüft ist. Die letzte Anlage, die es hätte herstellen können, wurde vor zwei Jahren geschlossen. 8 Gramm, die als Letztes produziert wurden, verkaufte man an US-Firmen, die es an britische Firmen lieferten. Allerdings gibt es Länder, die dem NPT nie beitraten, aber Polonium herstellen können, wie die Atommacht Israel, die Verbindungen zu Litwinenko hatte.
Der russtsche Politiker Yegor Gaidar (früher Premierminister, heute Präsident des Instituts für Wirtschaft im Wandel) sollte eine Rede in Dublin halten, schaffte es aber nur mit Mühe, und ihm rettete das Leben, dass er später sein Hotelzimmer verliess, obwohl, er sehr müde war. Auch er wurde vergiftet, wobei sich seine Ärzte daheim über die Veränderungen in seinem Körper wunderten, nachdem sie ihn erst kurz davor durchgecheckt hatten und Bilder vergleichen konnten. Er meint, die Regierung Putin habe sicher kein Interesse, ihn zu töten - eher Akteure hinter den Kulissen. Im Guardian gibt es einen Kommentar, wonach die Neocons den Fall Litwinenko für eine Kampagne gegen Putin in den USA und in Europa benützen.
Obwohl es vieles an Putin zu kritisieren gibt (u.a. Menschenrechtsverletzungen), hat die Welle der Antipathie ganz andere Gründe: Even so, those on the centre-left who have joined the current wave of Putin-bashing ought to consider whose cause they are serving. Long before the deaths of Litvinenko and the campaigning journalist Anna Politkovskaya, Russophobes in the US and their allies in Britain were doing all they could to discredit Putin's administration. These rightwing hawks are gunning for Putin not because of concern for human rights but because an independent Russia stands in the way of their plans for global hegemony. The neoconservative grand strategy was recorded in the leaked Wolfowitz memorandum, a secret 1990s Pentagon document that targeted Russia as the biggest future threat to US geostrategic ambitions and projected a US-Russian confrontation over Nato expansion.
Was etwa "Der Standard" nie im Leben veröffentlichen würde, kann man in Grossbritannien in gelebter Meinungsfreiheit durchaus lesen: Every measure Putin has taken has been portrayed by the Russophobes as the work of a sinister totalitarian. Gazprom's decision to start charging Ukraine the going rate for its gas last winter was presented as a threat to the future of western Europe. And while western interference in elections in Ukraine, Georgia and other ex-Soviet republics has been justified on grounds of spreading democracy, any Russian involvement in the affairs of its neighbours has been spun as an attempt to recreate the "evil empire".
As part of their strategy, Washington's hawks have been busy promoting Chechen separatism in furtherance of their anti-Putin campaign, as well as championing some of Russia's most notorious oligarchs. In the absence of genuine evidence of Russian state involvement in the killings of Litvinenko and Politkovskaya, we should be wary about jumping on a bandwagon orchestrated by the people who bought death and destruction to the streets of Baghdad, and whose aim is to neuter any counterweight to the most powerful empire ever seen. Dazu kommt, dass der Westen durchaus Al Qaida-artig mit Fake Terror interventiert, um dann Putin für die Reaktionen anzuklagen.
Lesenswert sind auch weitere Kommentare von Raimondo, etwa vom 4.12., wo er betont, dass Litwinenko kein Menschenrechtsaktivist war und eine seltsame Kombination von Freunden hatte. Als Märtyrer eignet er sich auch deshalb nicht, weil er KGB / FSB-Material zu erpresserischen Zwecken einsetzen wollte. Ausserdem kann es sein, dass er Nuklearmaterial schmuggelte (wenngleich Polonium nicht mehr hergestellt wird und das letzte Po 210 in die USA ging). Raimondo leitet aus den vielen Orten, wo Radioaktivität festgestellt wurde, eine Vergiftung als Unfall als am ehesten wahrscheinlich ab (könnte insofern passen, als dass der Zerfall von Po 210 mit der Herstellung beginnt).
Uns und auch Raimondo erinnert dies an die auch dem KGB angelastete Vergiftung des ukrainischen Präsidenten Victor Yushchenko, die vom Rudolfinerspital in Wien diagnostiziert wurde. Freilich änderte der medizinische Direktor seine Einschätzung, wurde aber vom Umfeld Yushchenkos eingeschüchtert und trat von seiner Funktion zurück. Am 22.11. befand Raimondo, dass uns in Sachen Litwinenko sicher ein gewaltiger Bär aufgebunden wird, und verglich es mit dem Fall Yushchenko (wer verwendet schon Dioxin, um jemanden zu töten?).
Litwinenkos Freunde sind oft selbst Ex-KGB-Agenten, während Putin unterstellt wird, solche um sich zu scharen. Sein Tod untermauert auch, dass Anna Politkovskaja, deren Kritik im Ausland viel bekannter ist als in Russland, im Auftrag Putins ermordet wurde, weil dies zu seinen Behauptungen in der letzten Zeit gehörte. Der KGB wird nun permanent von jenen, die ihn zuvor als den Ausbund des Bösen und als perfekt perfide Organisation sahen, als Ansammlung von Holzköpfen hingestellt. Statt ihn nüchtern mit CIA, Mossad und anderen zu vergleichen, soll er nun nicht mehr in der Lage sein, unauffällig zu töten, wie dies auch die anderen Dienste beherrschen.
Ausserdem sind seine Agenten nicht imstande, getarnte Morde als solche zu erkennen, was komischerweise nicht nur anderen Agenten, sondern auch Laien wie Journalisten und Politikern, die irgendwann mal erkannten, wo Geheimdienste ihre Fäden ziehen, keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Also brauchen sie was ungeheuer Spektakuläres, damit sie kapieren, dass sie nicht plaudern sollen. Weiters ist der KGB plötzlich unfähig, jemanden auszuschalten, der gefährliches sagen könnte - man wählt etwas, das so lange wirkt, dass noch drei Wochen lang Verdächtigungen losgelassen werden. Und schliesslich: der KGB soll wohl (wie CIA; MI6 und Mossad) Schaden von seiner Regierung und dem Präsidenten abwenden. Das sieht anscheinend so aus, dass man den Schaden maximiert, der von den Aussagen einer Person verursacht werden könnte.
Zum cui bono ist zumindest überlegenswert, was Raimondo über Putins Politik schreibt. Denn dieser Präsident ist dem Westen unangenehm, da er das Land bei allen Fehlern zu konsolidieren versucht. Und wohl auch wegen der Rohstoffe angefeindet wird, wie wir es auch beim Iran und bei Venezuela sehen - in all diesen Ländern will man selbst über seine Ressourcen und deren Verkauf verfügen. Gerade wird bei Sabine Christiansen darüber diskutiert, warum Russland so "bedrohlich" ist. Gut sind Wladimir Kaminer, Schriftsteller (der beinah mit dem Geigerzähler abgetastet wird, wenn er in Deutschland in ein Taxi steigt), Gabriele Schmalz-Jacobsen, die als langjährige Russlandkorrespondentin viel Erfahrung hat und jetzt beispielsweise russische Menschenrechtsorganiationen zu einem Treffen versammelt. Allerdings interessierte sich dafür niemand von der Presse.
Komisch, dass Russland sein Umgang mit Energieverteilung innerhalb der Föderation vorgeworfen wird, während es völlig normal ist, den Irak zu überfallen, um Zugang zum Erdöl zu haben. Okay auch der russische Botschafter in Deutschland, Vladimir V. Kotnev, dessen Arbeitsplatz für viele wohl ein einziger FSB-Hort ist. Schmalz-Jacobsen meinte, es sei unfair, immer Putin die einstige KGB-Arbeit vorzuwerfen, während beim neuen US-Verteidigungsminister Robert Gates die Tätigkeit als CIA-Chef eine biografische Randnotiz ist. Wir können uns das "Mysterium Litwinenko" ja mal andersrum ansehen und uns fragen, ob es wirklich so James Bond-tauglich ist, wie eben in der Sendung ein Politiker anmerkte.
Jemand wird mit Gift ermordet, ganz spektakulär, das Zeugs wirkt langsam. Bevor er stirbt, beschuldigt er tagelang den US-Präsidenten, Aufttraggeber zu sein. Der Jemand war einst bei der CIA (und hat sich mit dubiosen Geschäftsleuten eingelassen, reiste kurz vor seinem Tod nach Israel, soll Leute mit Dossiers aus der Zeit bei der Firma erpresst haben(. Er hat Bush auch beschuldigt, den Mord an einer regierungskritischen Journalistin in Auftrag gegeben zu haben. (Beide Personen sind in Europa eher ein Begriff als in den USA, der Mann war nicht beispielsweise als Kritiker des Irakkrieges oder der 9/11-Farce bekannt und hat auch andere Ex-Agenten unter seinen Verbindungen.
Den Kommentatoren ist klar, dass es nur die CIA gewesen sein kann, denn - diese Art Gtftmord ist ganz typisch für sie; sie wollte den Kerl stoppen und am Reden hindern. Auf Hinweise, dass die CIA wohl wie FSB, Mossad und MI6 so morden kann, dass man dem eine Legende verpassen kann, wird ein wenig eingelenkt. Es war notwendig, ein deutliches Signal zu setzen, damit CIA-Agenten, die auch aus der Schule plaudern wollen, gewarnt sind. Der Mord sollte Schaden von Präsident Bush abhalten, was die CIA so ungeschickt anging, dass sich der mögliche Schaden maximiert hat.
Nicht, dass es sinnvoll ist, die CIA zu überschätzen - aber so ein serienweise dummes Agieren würde man ihr wohl kaum zutrauen. Gerade beim FSB, dem Gottseibeiuns vieler Schreiberlinge, wird jede Vernunft und Logik fallen gelassen.
Gute Nacht :-) Vom Frauennotruf das nächste Mal, es wird eine kurze Nacht, da ich mich frühmorgens auf die Lauer legen werde müssen....
07.12.06
Leben neben Stalkern / so werden Frauen bedroht
Im Sommer haben mich zwei Nachbarn mit Vergewaltigung bedroht und damit, dass ich mich ihren Regeln unterwerfen soll, wenn ich hier wohnenbleiben will. Sie drohten auch, meine Katzen umzubringen und fanden es wahnsinnig witzig, Steine nach ihnen zu werfen, sie mit Wasser und irgendeinem Unkrautvernichtungszeug zu besprühen und sich auszumalen, was passiert, wenn sie den Jäger holen und wenn einmal ein Katzenfell an der Wand hängt.
Ich wohne in der Wienerberg City mit kleinem Garten, unter dessen Zaun die Katzen nach draussen schlüpfen, an der Mauer am Garten einer netten Nachbarin entlanggehen und dann in einem grossen Dickicht ihren "Dschungel" haben. Sie kommen kaum auch nur in die Nähe der beiden potentiellen Gewalttäter. Im Sommer unternahm ich alles mögliche, das auch im Web beschrieben ist als Erfahrungen mit Stalking und Drohungen. Die beiden zogen ihre Bedrohungsmasche zuerst am 19.7. ab, dann fast wortident am 21.7. (als ich heimkam vom Vorgespräch mit dem Mediator der Hausverwaltung Buwog wegen der Bedrohungen vom 19. Juli).
Ich rief die Polizei, die um 21.30 herum kam. Obwohl ich mehrmals betonte, nach § 105 (Gefährliche Drohung) und § 107a (Anti Stalking-Gesetz) Anzeige erstatten zu wollen und den beiden Beamten auch eine Sachverhaltsdarstellung zum Vorfall am 19.7. in die Hand drückte, bei dem alles "fast wortident" wie gerade eben gewesen sei, nahmen sie keine Anzeige auf. Bei der Tagung zum Anti-Stalking-Gesetz im Rathaus rieten mir sehr nette Leute von der Wiener Landespolizeidirektion, doch eine Beschwerde zu machen. Derlei Verhalten wird disziplinarrechtlich verfolgt, da man mittlerweile weiss, dass reine Belehrungen bei manchen nichts helfen.
HIHI NÖTIGUNG HIHI POLIZEI - TU A BISSI WEINEN - HAHA (einer der Täter, während die Polizei mit dem anderen redete)
In der Tat waren die beiden potentiellen Gewalttäter eher amüsiert über den folgenlosen Besuch der Polizei; einer meinte sogar noch später, als eine Mediation stattfand, dass gegen ihn und seinen Kumpel "sicher nix" mehr komme. Unser Haus wird von einem Volkshilfe-Projekt zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser betreut, wo eine neue Mitarbeiterin, eine zart gebaute Migrantin eines Nachmittags rassistisch beschimpft und sexuell belästigt wurde, als einer der potentiellen Gewalttäter gerade von Kumpels begleitet heimkam und sonst niemand da war.
Heraus kam dies nur, weil ich die Frau aus Angst um meine Sicherheit bat, die Augen offen zu halten. Sie kennt Rassismus fast schon alltäglich und fürchtete sich, etwas zu sagen, aus Angst, den Job zu verlieren. Die Volkshilfe kümmerte sich jedoch sehr um sie und dankte mir, dass ich mich für die Mitarbeiterin einsetzte.
Mit jenem potentiellen Gewalttäter, der die Vergewaltigungsdrohung aussprach und dem sein Kumpel beipflichtete, gab es einen Mediationsversuch. Er hatte früher bei der Tierrettung gearbeitet, während der Kumpel selbst Katzen hat. Es war jedoch keine Mediation, obwohl sich der Mediator der Buwog sicher nach Kräften bemühte. Mehrmals musste ich aufstehen und weglaufen, damit ich wenigstens ein paar Sätze darüber sagen konnte, wie arg es ist, als Frau bedroht zu werden. Der potentielle Gewalttäter wollte nur erreichen, dass ich meine Lebensführung einschränke, sprich meine Katzen einsperre. Sein Fraund und Mitbedroher, mein direkter Nachbar, pflegte spannermässig in meinen Garten zu starren, bis ich einen Windschutz als Sichtschutz anbrachte. Dann gingen direkte Beschimpfungen los:
DEPPERTE - DAMISCHE - SCHIACHE - SCHEISSDRECK
Außerdem schimpfen die beiden regelmässig in einer Weise über die Buwog, dass diese eigentlich längst etwas gegen die Rufschädigung hätte unternehmen müssen. (Leider ist ein Windschutz kein Lärmschutz).
Mich erinnerte der Anlass, der mitnichten Katzen waren, die den Herren nicht nahe kommen, an die ertappten Spanner drüben am Badeteich.
Der potentielle Gewalttäter belog den Mediator in einer dreisten und offensichtlichen Weise, ohne dass dagegen protestiert worden wäre. Auch meine schriftlichen Hinweise an die Buwog, dass falsche Behauptungen den Sinn einer Mediation ad absurdum führen und fehlenden Respekt an den Tag legen (von fehlender Schuldeinsicht wegen der Drohungen ganz zu schweigen), wurden ignoriert. Der potentielle Gewalttäter behauptete beispielsweise, meine Katzen könnten in seinen (sicher eingezäunten) Garten kommen und in der Wohnung ein "Wasserbett um 5000 Euro" zerstören. Er bekam eine ganz sanfte Stimme, wie wenn er einem Kind was erklären muss, und besäuselte den Mediator, unterstrichen von Kratzbewegungen auf dem Tisch.
Das war einer der Punkte, wo ich hinausging - dem nachgeeilten Mediator erklärte ich, dass es eine Lüge ist. Katzen können keine Wasserbetten zerstören und solche Dinger kosten auch keine 5000 Riesen. (Nebenbei bemerkt bezahlen die beiden potentiellen Gewalttäter wenig Miete, da sie über ein Gemeindekontingent hierher kamen - und können sich Wasserbetten um 5000 Euro leisten?). Da mir der Mediator nicht glaubte, mailte ich ihm und der Geschäftsleitung anderntags Infos von Wasserbettenherstellern: Preis so um die 1000, 1300 Euro (nicht nur das Wasserbett, auch Drumherum) und bei den FAQs die Anmerkung, dass man Haustiere dazu einladen soll, es sich auch bequem zu machen, weil die Betten praktisch unzerstörbar sind.
In der Mediation und in den Briefen an Geschäftsleitung und Mediator meinte ich, dass der potentielle Gewalttäter offenbar die Einschüchterungen und die Einschränkung meiner persönlichen Lebensweise mit anderen Mitteln fortsetzen will, nämlich mit erfundenen potentiellen Schäden, die ich dann blechen kann. Man war nur etwas piktiert, dass ich im Verhalten von Mediator und Geschäftsleitung ein im Stich lassen einer bedrohten Frau sah, fand jedoch keinen Anlass, gegen die beiden potentiellen Gewalttäter in irgendeiner Weise vorzugehen. Ich wette, sie haben nicht einmal einen Brief bekommen, in dem sie aufgefordert wurden, ihr Verhalten zu ändern (das immerhin auch rufschädigende Äußerungen über die Buwog beinhaltet).
Ich habe dann einfach - resigniert. Was sollte ich tun? Ich habe alles getan, was ich unternehmen konnte. Irgendwann kann man dann auch nicht mehr. Nun werden die Einschüchterungen mit anderen Mitteln fortgesetzt, indem die beiden potentiellen Gewalttäter sich dauernd über die Katzen beschweren, die angeblich "immer in ihren Gärten" seien (einmal wurde ich Ohrenzeugin, wie der verhinderte Spanner dies zu jemandem sagte; dank Windschutz kriegte er dies nicht mit). Im Leiter des Wohnservices, der eher neu ist, haben sie offenbar einen Verbündeten im Mobbing gefunden, da dieser nun "Beweise" gegen mich sammeln will (sein Vorgänger war ein netter Moslem, aber das Wohnservice ist ein Projekt für Langzeitarbeitslose, dh niemand bleibt auf Dauer). Er bombardierte mich mit Behauptungen wie: "die Katzen sch*** in die Sandkiste (in der noch nie Katzenkot war und die sie auch nicht betreten, da sie im Innenhof ist, wo sie sich kaum aufhalten), ich wurde "Katzenkot in die Mistkübel" am Hof werfen statt in die Mülltonne.
Die Buwog werde, offenbar auf Wunsch der beiden potentiellen Gewalttäter, ihre Rechtsabteilung damit beauftragen, mich zu zwingen, die Katzen einzusperren oder wegzugeben. Ich wies den Herren Hausbetreuer, den Bruder im Geister der beiden unguten Typen, darauf hin, dass die beiden Herrschaften mich im Sommer massiv bedroht hatten. Er meinte nur, ich habe doch versprochen, die Katzen einzusperren (keine Rede davon!), und drehte mir dann die Worte im Mund um: ich hätte behauptet, ER habe mich mit Vergewaltigung bedroht. Wie es für eine Frau ist, einfach in Frieden leben zu wollen und von Nachbarn bedroht und eingeschüchtert zu werden, ist ihm egal.
Natürlich bekam die Volkshilfe sofort eine Beschwerdemail, und ich bin auch nicht bereit, das Gehalt eines solchen Hausbetreuers mitzufinanzieren. Der Anteil fürs Wohnservice macht sich da nämlich durchaus ganz happig aus. Dann rief ich den Wiener Frauennotruf an, um einen Termin auszumachen. Nicht, dass ich zu 100% erwarte, dass mir zu einem Nachholen der von der Polizei nicht entgegengenommenen Anzeige geraten wird, aber es tut gut, die Situation mit Expertinnen zu besprechen. Morgen bin ich beim Notruf, dank Feiertag war ein Beratungstermin frei - und der Buwog habe ich mitgeteilt, dass ich die Behauptungen der Typen schriftlich brauche, falls diese (in Verbindung mit der Anzeige vom Sommer) für das Gericht relevant sind.
"Glücklich wohnen" ist übrigens der Slogan der Buwog...
PS. Siehe auch Eintrag vom 11.12.
Ich wohne in der Wienerberg City mit kleinem Garten, unter dessen Zaun die Katzen nach draussen schlüpfen, an der Mauer am Garten einer netten Nachbarin entlanggehen und dann in einem grossen Dickicht ihren "Dschungel" haben. Sie kommen kaum auch nur in die Nähe der beiden potentiellen Gewalttäter. Im Sommer unternahm ich alles mögliche, das auch im Web beschrieben ist als Erfahrungen mit Stalking und Drohungen. Die beiden zogen ihre Bedrohungsmasche zuerst am 19.7. ab, dann fast wortident am 21.7. (als ich heimkam vom Vorgespräch mit dem Mediator der Hausverwaltung Buwog wegen der Bedrohungen vom 19. Juli).
Ich rief die Polizei, die um 21.30 herum kam. Obwohl ich mehrmals betonte, nach § 105 (Gefährliche Drohung) und § 107a (Anti Stalking-Gesetz) Anzeige erstatten zu wollen und den beiden Beamten auch eine Sachverhaltsdarstellung zum Vorfall am 19.7. in die Hand drückte, bei dem alles "fast wortident" wie gerade eben gewesen sei, nahmen sie keine Anzeige auf. Bei der Tagung zum Anti-Stalking-Gesetz im Rathaus rieten mir sehr nette Leute von der Wiener Landespolizeidirektion, doch eine Beschwerde zu machen. Derlei Verhalten wird disziplinarrechtlich verfolgt, da man mittlerweile weiss, dass reine Belehrungen bei manchen nichts helfen.
HIHI NÖTIGUNG HIHI POLIZEI - TU A BISSI WEINEN - HAHA (einer der Täter, während die Polizei mit dem anderen redete)
In der Tat waren die beiden potentiellen Gewalttäter eher amüsiert über den folgenlosen Besuch der Polizei; einer meinte sogar noch später, als eine Mediation stattfand, dass gegen ihn und seinen Kumpel "sicher nix" mehr komme. Unser Haus wird von einem Volkshilfe-Projekt zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser betreut, wo eine neue Mitarbeiterin, eine zart gebaute Migrantin eines Nachmittags rassistisch beschimpft und sexuell belästigt wurde, als einer der potentiellen Gewalttäter gerade von Kumpels begleitet heimkam und sonst niemand da war.
Heraus kam dies nur, weil ich die Frau aus Angst um meine Sicherheit bat, die Augen offen zu halten. Sie kennt Rassismus fast schon alltäglich und fürchtete sich, etwas zu sagen, aus Angst, den Job zu verlieren. Die Volkshilfe kümmerte sich jedoch sehr um sie und dankte mir, dass ich mich für die Mitarbeiterin einsetzte.
Mit jenem potentiellen Gewalttäter, der die Vergewaltigungsdrohung aussprach und dem sein Kumpel beipflichtete, gab es einen Mediationsversuch. Er hatte früher bei der Tierrettung gearbeitet, während der Kumpel selbst Katzen hat. Es war jedoch keine Mediation, obwohl sich der Mediator der Buwog sicher nach Kräften bemühte. Mehrmals musste ich aufstehen und weglaufen, damit ich wenigstens ein paar Sätze darüber sagen konnte, wie arg es ist, als Frau bedroht zu werden. Der potentielle Gewalttäter wollte nur erreichen, dass ich meine Lebensführung einschränke, sprich meine Katzen einsperre. Sein Fraund und Mitbedroher, mein direkter Nachbar, pflegte spannermässig in meinen Garten zu starren, bis ich einen Windschutz als Sichtschutz anbrachte. Dann gingen direkte Beschimpfungen los:
DEPPERTE - DAMISCHE - SCHIACHE - SCHEISSDRECK
Außerdem schimpfen die beiden regelmässig in einer Weise über die Buwog, dass diese eigentlich längst etwas gegen die Rufschädigung hätte unternehmen müssen. (Leider ist ein Windschutz kein Lärmschutz).
Mich erinnerte der Anlass, der mitnichten Katzen waren, die den Herren nicht nahe kommen, an die ertappten Spanner drüben am Badeteich.
Der potentielle Gewalttäter belog den Mediator in einer dreisten und offensichtlichen Weise, ohne dass dagegen protestiert worden wäre. Auch meine schriftlichen Hinweise an die Buwog, dass falsche Behauptungen den Sinn einer Mediation ad absurdum führen und fehlenden Respekt an den Tag legen (von fehlender Schuldeinsicht wegen der Drohungen ganz zu schweigen), wurden ignoriert. Der potentielle Gewalttäter behauptete beispielsweise, meine Katzen könnten in seinen (sicher eingezäunten) Garten kommen und in der Wohnung ein "Wasserbett um 5000 Euro" zerstören. Er bekam eine ganz sanfte Stimme, wie wenn er einem Kind was erklären muss, und besäuselte den Mediator, unterstrichen von Kratzbewegungen auf dem Tisch.
Das war einer der Punkte, wo ich hinausging - dem nachgeeilten Mediator erklärte ich, dass es eine Lüge ist. Katzen können keine Wasserbetten zerstören und solche Dinger kosten auch keine 5000 Riesen. (Nebenbei bemerkt bezahlen die beiden potentiellen Gewalttäter wenig Miete, da sie über ein Gemeindekontingent hierher kamen - und können sich Wasserbetten um 5000 Euro leisten?). Da mir der Mediator nicht glaubte, mailte ich ihm und der Geschäftsleitung anderntags Infos von Wasserbettenherstellern: Preis so um die 1000, 1300 Euro (nicht nur das Wasserbett, auch Drumherum) und bei den FAQs die Anmerkung, dass man Haustiere dazu einladen soll, es sich auch bequem zu machen, weil die Betten praktisch unzerstörbar sind.
In der Mediation und in den Briefen an Geschäftsleitung und Mediator meinte ich, dass der potentielle Gewalttäter offenbar die Einschüchterungen und die Einschränkung meiner persönlichen Lebensweise mit anderen Mitteln fortsetzen will, nämlich mit erfundenen potentiellen Schäden, die ich dann blechen kann. Man war nur etwas piktiert, dass ich im Verhalten von Mediator und Geschäftsleitung ein im Stich lassen einer bedrohten Frau sah, fand jedoch keinen Anlass, gegen die beiden potentiellen Gewalttäter in irgendeiner Weise vorzugehen. Ich wette, sie haben nicht einmal einen Brief bekommen, in dem sie aufgefordert wurden, ihr Verhalten zu ändern (das immerhin auch rufschädigende Äußerungen über die Buwog beinhaltet).
Ich habe dann einfach - resigniert. Was sollte ich tun? Ich habe alles getan, was ich unternehmen konnte. Irgendwann kann man dann auch nicht mehr. Nun werden die Einschüchterungen mit anderen Mitteln fortgesetzt, indem die beiden potentiellen Gewalttäter sich dauernd über die Katzen beschweren, die angeblich "immer in ihren Gärten" seien (einmal wurde ich Ohrenzeugin, wie der verhinderte Spanner dies zu jemandem sagte; dank Windschutz kriegte er dies nicht mit). Im Leiter des Wohnservices, der eher neu ist, haben sie offenbar einen Verbündeten im Mobbing gefunden, da dieser nun "Beweise" gegen mich sammeln will (sein Vorgänger war ein netter Moslem, aber das Wohnservice ist ein Projekt für Langzeitarbeitslose, dh niemand bleibt auf Dauer). Er bombardierte mich mit Behauptungen wie: "die Katzen sch*** in die Sandkiste (in der noch nie Katzenkot war und die sie auch nicht betreten, da sie im Innenhof ist, wo sie sich kaum aufhalten), ich wurde "Katzenkot in die Mistkübel" am Hof werfen statt in die Mülltonne.
Die Buwog werde, offenbar auf Wunsch der beiden potentiellen Gewalttäter, ihre Rechtsabteilung damit beauftragen, mich zu zwingen, die Katzen einzusperren oder wegzugeben. Ich wies den Herren Hausbetreuer, den Bruder im Geister der beiden unguten Typen, darauf hin, dass die beiden Herrschaften mich im Sommer massiv bedroht hatten. Er meinte nur, ich habe doch versprochen, die Katzen einzusperren (keine Rede davon!), und drehte mir dann die Worte im Mund um: ich hätte behauptet, ER habe mich mit Vergewaltigung bedroht. Wie es für eine Frau ist, einfach in Frieden leben zu wollen und von Nachbarn bedroht und eingeschüchtert zu werden, ist ihm egal.
Natürlich bekam die Volkshilfe sofort eine Beschwerdemail, und ich bin auch nicht bereit, das Gehalt eines solchen Hausbetreuers mitzufinanzieren. Der Anteil fürs Wohnservice macht sich da nämlich durchaus ganz happig aus. Dann rief ich den Wiener Frauennotruf an, um einen Termin auszumachen. Nicht, dass ich zu 100% erwarte, dass mir zu einem Nachholen der von der Polizei nicht entgegengenommenen Anzeige geraten wird, aber es tut gut, die Situation mit Expertinnen zu besprechen. Morgen bin ich beim Notruf, dank Feiertag war ein Beratungstermin frei - und der Buwog habe ich mitgeteilt, dass ich die Behauptungen der Typen schriftlich brauche, falls diese (in Verbindung mit der Anzeige vom Sommer) für das Gericht relevant sind.
"Glücklich wohnen" ist übrigens der Slogan der Buwog...
PS. Siehe auch Eintrag vom 11.12.
06.12.06
Gewalt: erst gegen Tiere, dann gegen Menschen
Zwei Fälle von unendlich vielen:
Katze acht Wochen sich selbst überlassen - zum Glück gab es noch eine Packung Trockenfutter, die sie aufreissen und fressen konnte, allerdings wäre sie beinahe an Dehydrierung gestorben, nachdem sie gerettet wurde
59 Meerschweinchen in den Wald gekippt nur26 konnten gerettet werden
Ein schreckliches, aber wichtiges Thema ist der Zusammenhang zwischen animal cruelty und domestic violence. Ich verwende lieber die ausdruckstarken englischen Begriffe, auch weil es vor allem in den USA dazu Forschung und Initiativen gibt. In Europa ist es eher ein "Hobby" von Tierschutzorganisationen aufgrund ihrer schlimmen Erfahrungen, den Kontext aufzuzeigen.
Ich hing bis zum Morgengrauen (also heute früh) im Internet, um mir amerikanische Studien und Programme durchzulesen. Dann kam, nach ein paar Stunden Schlaf, die Aufgabe, daraus einen Artikel zu basteln, der vielleicht sogar Pionierarbeit ist. Bei nochmaliger Suche probierte ich es nicht mehr mit deutschen Begriffen, sondern stieg wieder auf englisch um, unter Hinzufügung von "EU". Fehlanzeige, da bei EU-Programmen gegen häusliche Gewalt Tierquälerei anscheinend keine Rolle spielt.
Der Zusammenhang war mir schon auch vorher klar - u.a. weil in ausführlicheren Berichten von Gewaltopfern oder in Fällen, die in True Crime-Büchern geschildert werden, Grausamkeiten der Täter bis zum zu Tode quälen von Tieren Warnzeichen sind, welche die Opfer hätten beachten müssen. So aber endete es für sie tödlich, dass sie sich von ihrem Entsetzen nicht haben leiten lassen. Studien zeigen, dass die meisten Frauen, die in Frauenhäuser fliehen, Haustiere haben, die sie zurücklassen müssen, sofern es keine Arrangements zwischen Frauenhaus und Tierschutzorganisationen gibt. 80% dieser Frauen, in manchen Untersuchungen sogar noch mehr, haben erlebt, wie der Mann die Tiere quälte oder tötete.
Auch wenn Kinder Tiere quälen, ist es ein Alarmzeichen, das zumindest besagt, dass sie psychologischer Betreuung und Therapie bedürfen - sofern es nicht, was häufig der Fall ist, ein Hinweis auf sexuellen Missbrauch oder/und Gewalt in der Familie ist. Wenn Teenager Tiere quälen oder töten, sind es zu 95% Burschen, was aber anscheinend niemanden auf den Plan ruft - ebenso, wie es nach wie vor normal ist, dass männliche Teens am Computer in Spielen kämpfen, welche die US-Armee zum Abbau von Tötungshemmungen einsetzt. Und dass sich ihre Kinderzimmer in Waffenlager verwandeln, zuerst sogenannte Anscheinswaffen Marke Softair (deren Geschosse Menschen verletzen und Tiere töten künnen), dann illegal oder auch legal besorgte richtige Waffen.
Es ist nur einige Tage her, dass "ganz Deutschland" geschockt war über einen 18jährigen Amokläufer, der durch kriegerische Computerspiele, Softair-Kampfinszenierungen in Wäldern, selbstproduzierte Gewalt- und Horrorvideos und den Kauf und Verkauf von unterschiedlichen Waffen auffiel. Heute fürchteten eine Menge Schulen, Ziel des nächsten Amokläufers zu sein. Angeblich hat sich der Schüler, der sich mit anderen Computerspiel-Partnern verabredete, selbst erschossen. Der ganze Focus der Aufmerksamkeit richtete sich auf "Killerspiele", während die Frage, warum Gewalt so eine grosse Rolle im Leben vieler männlicher Jugendlicher spielt, kaum gestellt wurde. Immerhin befindet sich bestimmt noch eine Menge tickender Zeitbomben unter diesen jungen Männern, die ihr Gewaltpotenzial im Lauf ihres Lebens bewältigen lernen oder erst recht ausleben.
Es war drastisch, was bei den Rercherchen zu finden war, wobei ich nur wenige Fallbeispiele von extremer Gewalt gegen Tiere beschreibe. Vor allem geht es darum, welche Implikationen Gewalt gegen Tiere für Gewalt gegen Menschen hat und welchen Stellenwert der Schutz von Tieren vor Gewalt bei der Gewaltprävention hat. In den USA wird teilweise schon interdisziplinär gearbeitet in einer Vernetzung von Behörden, Tierschutzorganisationen, Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen. In Europa tut sich noch wenig, wobei das Thema immerhin zunehmend im Tierschutzbereich aufgezeigt wird.
Österreich war Vorbild für andere Staaten mit dem 1997 in Kraft getretenen Wegweiserecht bei häuslicher Gewalt - wir könen auch PionierInnen sein, was einen neuen, viel früheren und viel wirksameren Ansatz in der Gewaltprävention betrifft. Denn alles bisherige wartet im Grunde ab, bis Menschen bedroht, verletzt oder getötet werden und setzt erst dann mit Hilfsmassnahmen und Einschreiten gegen den Täter ein (es bleibt abzuwarten, wie weit sich das Anti-Stalking-Gesetz auch unter dem Aspekt der Prävention bewährt).
Dies bedeutet auch, dass Kinder lange sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind, da Täter meist viele Kinder missbrauchen können und trotz Schilderungen der Opfer unbehelligt bleiben, bis doch etwas passiert. Wenn Kinder die Gewalt an Tiere weitergeben, ist es ein Alarmsignal; auch, wenn Männer, die für Tierquälereien bekannt sind, sich den Kindern nähern, da Missbrauch von Tieren (es gibt auch sexuellen Missbrauch von Tieren neben anderen Quälereien) oft mit Kindesmissbrauch gekoppelt ist.
Mit anderen Worten - es wurde ein umfassender Artikel in zwei Teilen mit dem neuesten Forschungsstand und vielen Vorschlägen, in der Praxis aktiv zu werden und Gewalt gegen Tiere in allgemeine Gewaltprävention einzubeziehen.... (und damit etwas passiert, wende ich mich an die KoalitionsverhandlerInnen)
Tierschutzlinks - zum Aktiv werden, Spenden, sich informieren, Tiere in Pflege nehmen oder ihnen ein neues Zuhause bieten, ehrenamtlich mithelfen, Flugpate werden etc. etc. (die meisten Seiten haben noch viele weitere Links anzubieten; bei deutschen Seiten geht es manchmal auch um Tiere in Österreich und umgekehrt; Seiten von deutschen oder schweizerischen Initiativen, die sich um Tiere in Spanien kümmern, vermitteln auch nach Österreich und suchen Flugpaten, die ein Tier kostenlos auf ihr Ticket mitnehmen können).
Tierhilfe in Odena/Spanien
Katzengeschwister in Schwarz Night and Day
Initiative SOS Perrera (Perreras sind sog. Tötungsstationen, da Tiere in Spanien nur 20 Tage versorgt werden müssen; TierschützerInnen aus Deutschland und anderen Ländern retten solche Tiere und vermitteln sie)
SOS Katzen Family
Poor Cats- Initiative einer Familie, sehr nett gemacht (u.a. kümmern sie sich um die Vermittlung spanischer Katzen(
Tierwaisen - Vermittlung von tierieschen Sorgenkindern - eine Datenbank, wo Tierheime und Initiativen, die Tiere aus südlichen Ländern retten, stellvertretend "schwer vermittelbare" Tiere vorstellen. Auf den jeweiligen Webseiten, zu denen gelinkt wird, gibt es dann noch mehr Tiere
Tierschutz Alicante
Tierhilfe Costablanca - besonders wichtig ist es, Katzen mit weissen Ohren möglichst schnell auszufliegen (auch auf Pflegeplätze im kühleren Norden), da die Sonne den zarten Ohren sehr zusetzt und sie verbrennt)
Tierhilfe Mallorca
Tierhilfe Chalkidiki
Tierhilfe Spanien, Griechenland, Türkei
Hundeelend in Nitra in der Slowakei
Tierhilfe Nitra
Nett gemachte Seite, vermittel Hunde in Österreich
Tierhilfe in Österreich für Hunde
Tiere suchen ein Zuhause
Hilfe für Tiere aus Spanien
Notfallkatzen - das sind Katzen mit Handicap, die oft doch neue Plätze finden, "obwohl" sie blind oder taub sind oder Diabetes etc. haben; aber auch scheue Katzen....
Forum der Notfallkatzen
Norwegische Waldkatzen in Not (auch andere Katzen werden vermittelt)
Neue Tierhilfe - Tiervermittlung und Tierschutz
Maine Coon-Hilfe (es werden auch Katzen anderer Rassen vermittelt)
Katzenschutzbund Osnabrück
Tierschutzvereine
Samtpfoten in Not
Katzenschutzverein Emmerich Pflegekatzen, Betreuung von Streunern, braucht dringend Geld, um sein Katzenhaus zu behalten
Zwerge in Not (kleine Hunde)
La Rosaleda - Teneriffa Katzenheim und Katzenvermittlung
Flugpaten gesucht
Tierschutzteam - was jede/r gegen Tierleid tun kann
Tiervermittlung
Katzenzuflucht
Tierschutzverein Katzenfreiheit
Kaninchenhilfe
Ziervögel und kleine Haustiere in Not
Little Animal Home Hilfe für Vögel und kleine Haustiere
Katze acht Wochen sich selbst überlassen - zum Glück gab es noch eine Packung Trockenfutter, die sie aufreissen und fressen konnte, allerdings wäre sie beinahe an Dehydrierung gestorben, nachdem sie gerettet wurde
59 Meerschweinchen in den Wald gekippt nur26 konnten gerettet werden
Ein schreckliches, aber wichtiges Thema ist der Zusammenhang zwischen animal cruelty und domestic violence. Ich verwende lieber die ausdruckstarken englischen Begriffe, auch weil es vor allem in den USA dazu Forschung und Initiativen gibt. In Europa ist es eher ein "Hobby" von Tierschutzorganisationen aufgrund ihrer schlimmen Erfahrungen, den Kontext aufzuzeigen.
Ich hing bis zum Morgengrauen (also heute früh) im Internet, um mir amerikanische Studien und Programme durchzulesen. Dann kam, nach ein paar Stunden Schlaf, die Aufgabe, daraus einen Artikel zu basteln, der vielleicht sogar Pionierarbeit ist. Bei nochmaliger Suche probierte ich es nicht mehr mit deutschen Begriffen, sondern stieg wieder auf englisch um, unter Hinzufügung von "EU". Fehlanzeige, da bei EU-Programmen gegen häusliche Gewalt Tierquälerei anscheinend keine Rolle spielt.
Der Zusammenhang war mir schon auch vorher klar - u.a. weil in ausführlicheren Berichten von Gewaltopfern oder in Fällen, die in True Crime-Büchern geschildert werden, Grausamkeiten der Täter bis zum zu Tode quälen von Tieren Warnzeichen sind, welche die Opfer hätten beachten müssen. So aber endete es für sie tödlich, dass sie sich von ihrem Entsetzen nicht haben leiten lassen. Studien zeigen, dass die meisten Frauen, die in Frauenhäuser fliehen, Haustiere haben, die sie zurücklassen müssen, sofern es keine Arrangements zwischen Frauenhaus und Tierschutzorganisationen gibt. 80% dieser Frauen, in manchen Untersuchungen sogar noch mehr, haben erlebt, wie der Mann die Tiere quälte oder tötete.
Auch wenn Kinder Tiere quälen, ist es ein Alarmzeichen, das zumindest besagt, dass sie psychologischer Betreuung und Therapie bedürfen - sofern es nicht, was häufig der Fall ist, ein Hinweis auf sexuellen Missbrauch oder/und Gewalt in der Familie ist. Wenn Teenager Tiere quälen oder töten, sind es zu 95% Burschen, was aber anscheinend niemanden auf den Plan ruft - ebenso, wie es nach wie vor normal ist, dass männliche Teens am Computer in Spielen kämpfen, welche die US-Armee zum Abbau von Tötungshemmungen einsetzt. Und dass sich ihre Kinderzimmer in Waffenlager verwandeln, zuerst sogenannte Anscheinswaffen Marke Softair (deren Geschosse Menschen verletzen und Tiere töten künnen), dann illegal oder auch legal besorgte richtige Waffen.
Es ist nur einige Tage her, dass "ganz Deutschland" geschockt war über einen 18jährigen Amokläufer, der durch kriegerische Computerspiele, Softair-Kampfinszenierungen in Wäldern, selbstproduzierte Gewalt- und Horrorvideos und den Kauf und Verkauf von unterschiedlichen Waffen auffiel. Heute fürchteten eine Menge Schulen, Ziel des nächsten Amokläufers zu sein. Angeblich hat sich der Schüler, der sich mit anderen Computerspiel-Partnern verabredete, selbst erschossen. Der ganze Focus der Aufmerksamkeit richtete sich auf "Killerspiele", während die Frage, warum Gewalt so eine grosse Rolle im Leben vieler männlicher Jugendlicher spielt, kaum gestellt wurde. Immerhin befindet sich bestimmt noch eine Menge tickender Zeitbomben unter diesen jungen Männern, die ihr Gewaltpotenzial im Lauf ihres Lebens bewältigen lernen oder erst recht ausleben.
Es war drastisch, was bei den Rercherchen zu finden war, wobei ich nur wenige Fallbeispiele von extremer Gewalt gegen Tiere beschreibe. Vor allem geht es darum, welche Implikationen Gewalt gegen Tiere für Gewalt gegen Menschen hat und welchen Stellenwert der Schutz von Tieren vor Gewalt bei der Gewaltprävention hat. In den USA wird teilweise schon interdisziplinär gearbeitet in einer Vernetzung von Behörden, Tierschutzorganisationen, Frauenhäusern und Frauenberatungsstellen. In Europa tut sich noch wenig, wobei das Thema immerhin zunehmend im Tierschutzbereich aufgezeigt wird.
Österreich war Vorbild für andere Staaten mit dem 1997 in Kraft getretenen Wegweiserecht bei häuslicher Gewalt - wir könen auch PionierInnen sein, was einen neuen, viel früheren und viel wirksameren Ansatz in der Gewaltprävention betrifft. Denn alles bisherige wartet im Grunde ab, bis Menschen bedroht, verletzt oder getötet werden und setzt erst dann mit Hilfsmassnahmen und Einschreiten gegen den Täter ein (es bleibt abzuwarten, wie weit sich das Anti-Stalking-Gesetz auch unter dem Aspekt der Prävention bewährt).
Dies bedeutet auch, dass Kinder lange sexuellem Missbrauch ausgesetzt sind, da Täter meist viele Kinder missbrauchen können und trotz Schilderungen der Opfer unbehelligt bleiben, bis doch etwas passiert. Wenn Kinder die Gewalt an Tiere weitergeben, ist es ein Alarmsignal; auch, wenn Männer, die für Tierquälereien bekannt sind, sich den Kindern nähern, da Missbrauch von Tieren (es gibt auch sexuellen Missbrauch von Tieren neben anderen Quälereien) oft mit Kindesmissbrauch gekoppelt ist.
Mit anderen Worten - es wurde ein umfassender Artikel in zwei Teilen mit dem neuesten Forschungsstand und vielen Vorschlägen, in der Praxis aktiv zu werden und Gewalt gegen Tiere in allgemeine Gewaltprävention einzubeziehen.... (und damit etwas passiert, wende ich mich an die KoalitionsverhandlerInnen)
Tierschutzlinks - zum Aktiv werden, Spenden, sich informieren, Tiere in Pflege nehmen oder ihnen ein neues Zuhause bieten, ehrenamtlich mithelfen, Flugpate werden etc. etc. (die meisten Seiten haben noch viele weitere Links anzubieten; bei deutschen Seiten geht es manchmal auch um Tiere in Österreich und umgekehrt; Seiten von deutschen oder schweizerischen Initiativen, die sich um Tiere in Spanien kümmern, vermitteln auch nach Österreich und suchen Flugpaten, die ein Tier kostenlos auf ihr Ticket mitnehmen können).
Tierhilfe in Odena/Spanien
Katzengeschwister in Schwarz Night and Day
Initiative SOS Perrera (Perreras sind sog. Tötungsstationen, da Tiere in Spanien nur 20 Tage versorgt werden müssen; TierschützerInnen aus Deutschland und anderen Ländern retten solche Tiere und vermitteln sie)
SOS Katzen Family
Poor Cats- Initiative einer Familie, sehr nett gemacht (u.a. kümmern sie sich um die Vermittlung spanischer Katzen(
Tierwaisen - Vermittlung von tierieschen Sorgenkindern - eine Datenbank, wo Tierheime und Initiativen, die Tiere aus südlichen Ländern retten, stellvertretend "schwer vermittelbare" Tiere vorstellen. Auf den jeweiligen Webseiten, zu denen gelinkt wird, gibt es dann noch mehr Tiere
Tierschutz Alicante
Tierhilfe Costablanca - besonders wichtig ist es, Katzen mit weissen Ohren möglichst schnell auszufliegen (auch auf Pflegeplätze im kühleren Norden), da die Sonne den zarten Ohren sehr zusetzt und sie verbrennt)
Tierhilfe Mallorca
Tierhilfe Chalkidiki
Tierhilfe Spanien, Griechenland, Türkei
Hundeelend in Nitra in der Slowakei
Tierhilfe Nitra
Nett gemachte Seite, vermittel Hunde in Österreich
Tierhilfe in Österreich für Hunde
Tiere suchen ein Zuhause
Hilfe für Tiere aus Spanien
Notfallkatzen - das sind Katzen mit Handicap, die oft doch neue Plätze finden, "obwohl" sie blind oder taub sind oder Diabetes etc. haben; aber auch scheue Katzen....
Forum der Notfallkatzen
Norwegische Waldkatzen in Not (auch andere Katzen werden vermittelt)
Neue Tierhilfe - Tiervermittlung und Tierschutz
Maine Coon-Hilfe (es werden auch Katzen anderer Rassen vermittelt)
Katzenschutzbund Osnabrück
Tierschutzvereine
Samtpfoten in Not
Katzenschutzverein Emmerich Pflegekatzen, Betreuung von Streunern, braucht dringend Geld, um sein Katzenhaus zu behalten
Zwerge in Not (kleine Hunde)
La Rosaleda - Teneriffa Katzenheim und Katzenvermittlung
Flugpaten gesucht
Tierschutzteam - was jede/r gegen Tierleid tun kann
Tiervermittlung
Katzenzuflucht
Tierschutzverein Katzenfreiheit
Kaninchenhilfe
Ziervögel und kleine Haustiere in Not
Little Animal Home Hilfe für Vögel und kleine Haustiere
05.12.06
Abendspaziergang / Animal Hoarding
Abendlicher Spaziergang mit Kater Baghira: er streift durchs Gebüsch, läuft vergnügt auf dem Weg vor mir oder hinter mir, wartet auf einer Bank. Ich beobachte die Abenddämmerung, die blassrosa Wolken, den "feurigen" Horizont, vor dem auch ferne Hochhäuser sehr schön aussehen. Während Baghira einen Hang erkundet, sehe ich beleuchtete Flugzeuge beim Landeanflug, die mir recht niedrig vorkommen. Durch die kahlen Büsche schimmert im Tal der Reflex des Himmels orange, es handelt sich um riesige Wasserpfützen. In der Gegend werden Siedlungen gebaut, man sieht Kräne, es ist im Bereich der einstigen Kabelwerke. Natur und unsere technisierte Welt treffen aufeinander, wobei sich die Natur, siehe immer größere Wasserflächen, wo einst ein großer Teich war, durchsetzt.
Hundeleute werden solche Momente kennen, wo uns die Tiere dazu bringen, mehr in der Natur zu sein als wir es unsretwegen wären, obwohl es auch uns so guttut. Baghira orientiert sich immer an meinem Standort, egal wo er herumstöbert, und taucht scheinbar aus dem Nichts auf. Wenn jemand mit Hund irgendwo vorbeispaziert, verharrt er unbeweglich. Bei unseren Ausflügen erkenne ich bald auch, ob etwas unsere Aufmerksamkeit verdient, und reagiere intensiver auf Geräusche und Bewegungen als sonst. Früher hätte ich mir nie gedacht, dass es so einfach sein kann, mit einer Katze spazierenzugehen - aber Baghira steht immer dann sofort schnurrend an der Tür und wartet auf sein Halsband, wenn ich mit ihm eine Runde drehen will (obwohl das nicht so oft der Fall ist wie es bei Hunden wäre).
Wer Tiere hortet, ist zu bedauern (abgesehen vom Leid, das dabei den Tieren selbst zugefügt wird), denn ihr/ihm entgehen solche Erfahrungen. Und auch, dass jedes Tier eine unverwechselbare Persönlichkeit, Eigenheiten und Vorlieben hat. Animal Hoarding nennt man dies mit der Fachbezeichnung, die in den USA mittlerweile für eine psychische Erkrankung steht. In Amerika wird ein interdisziplinärer public health-Ansatz forciert, da Hoarding keine reine Tierschutzfrage ist. Immerhin lassen HoarderInnen, zu 75% übrigens Frauen, ihre Wohnungen und Häuser verwahrlosen (oder Grundstücke, auf denen Tiere mit wenig oder gar keinem Futter herumlaufen), alles ist voller Extremente, auch Tierkadaver und stinkt mindestens nach Ammoniak, wenn nicht noch ärger.
Dennoch halten es viele für etwas aus dem Ruder gelaufene Tierliebe - so auch der noch im Amt befindliche "Landesveterinärdirektor" für Niederösterreich, als vor drei Jahren eine kranke Frau inmitten von 80 Pudeln auf 15m2 verstorben war. Zuvor übten sich alle im Wegsehen und Verharmlosen, obwohl Frau wie Tiere dringend Hilfe benötigt hätten. Für die MitarbeiterInnen des Tierheims Krems war es wohl der schlimmste Einsatz, Pudel mit teilweise bis 14 kg verdreckten verfilzten Fellzoten von den Kadavern ihrer Artgenossen und einer Kotschicht wegzuholen. Animal Hoarding ist, Herr Veterinärdirektor bitte aufpassen, oft weitaus schlimmer als bewusste Tierquälerei. Ein Fall, wo es noch nicht zu toten Tieren kam, da rechtzeitig TierfreundInnen eingeschaltet wurden, ereignet sich gerade in Niederösterreich - und war Anlass für einen ausführlichen Artikel über Animal Hoarding.
Eine Frau wollte Bengalkatzen züchten, eine bei uns noch seltene Rasse, und besorgte sich Katze und Kater, mit Stammbaum versehen. Anscheinend hat sie bei den Bienen und Blumen in der Schule gefehlt, denn bald verlor sie den Überblick über ihre Katzenschar, die sich in Inzucht rasend vermehrte. Mittlerweile lebt sie mit 60 (!!!!) Katzen in Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, wobei die "Rudel" in etwa zu gleichen Teilen die Räume bewohnen. Man kann wohl auch sagen: die Legebatterie, denn das Tierschutzgesetz sieht artgerechte Haltung, sprich genügend Raum inklusive Rückzugsmöglichkeiten vor - gar nicht zu Reden von ausreichender Ernährung und medizinischer Versorgung. Als Resultat sind die Tiere, denen billiges Trockenfutter und Wasser hingestellt wird, unterernährt - viele liegen sehr sehr weit unter der Untergrenze, die in Rassebeschreibungen für Bengalen angegeben werden (Inzuchttiere sind kleiner, ergo auch leichter, aber trotzdem - 1,5 oder 2 oder 2,5 statt mindestens 5 kg erklärt dies nicht).
Mit Spenden werden die Tiere nun nach und nach kastriert und gechippt (letzteres wohl auch, um den Überblick zu haben, wer schon an der Reihe war und wer in welchem Gesundheitszustand ist). Impfen müssen die zukünftigen BesitzerInnen sie selbst, und solche Menschen werden nun fieberhaft gesucht. Der Amtstierarzt schreibt eine Bestandsreduzierung bis Ende Dezember um 53 Katzen vor (wobei ich angesichts von Hoarding als Krankheit nicht verstehen kann, wieso die Frau immerhin sieben Katzen behalten darf - diese sind ja bloss der Grundstock für neuerliches Hoarding, da HoarderInnen ohne Auflagen und / oder Therapie eine Rückfallquote von nahezu 100% haben).
Die TierfreundInnen haben Angst, nicht alle Katzen zu vermitteln oder auf Pflegeplätzen unterzubringen, da sie das Tierheim als Endstation für die Tiere ansehen. Wenn zufällig jemand helfen will und immer schon eine Katze (oder zwei, oder eine zweite) haben wollte, hier stehen alle Infos auf einer eigens zur Katzenvermittlung geschaffenen Webseite - natürlich mit Bildern von den wunderschönen Katzen im Raubtierlook. Übrigens sollen sie alle sehr lieb und zutraulich sein, dh ihr Wesen und das Verhalten gegenüber Menschen hat nicht gelitten....
In den USA gibt es eine nachahmenswerte Webseite, wo Fälle von Animal Hoarding, Tierwegnahme und Tierquälerei in einer Datenbank gesammelt werden. UserInnen sind dazu aufgefordert, nach Personen zu suchen, die sich für von ihnen abzugebende Haustiere interessieren. Auch die MitarbeiterInnen von Tierheimen verwenden die Datenbank, um potentielle neue Eigentümer unter die Lupe zu nehmen. Amerikanische TierschützerInnen sind mit ihren Tipps auch viel pragmatischer als manche hierzulande - so raten sie, von Interessenten Ausweise zu verlangen und die Identität zu überprüfen. Gegen das Verschenken von Tieren ohne Schutzgebühr führen sie an, was jemand alles mit einem Gratistier tun könnte - Schlangenfutter steht an erster Stelle....
Warum ist Hoarding eine Frauenkrankheit? Zum einen haben die ForscherInnen, die daran in den USA (interdisziplinär) arbeiten, wohl recht, wenn sie meinen, dass ein Zusammenhang zwischen trister, instabiler Kindheit mit Haustieren als einzigem konstantem Faktor und späterem Hoarden besteht. Grob gesprochen gaben die Tiere Liebe, aber nie genug (da es ja um elterliche Zuwendung ging), weswegen dann immer mehr Tiere angeschafft werden (die aber auch in der Masse das einstige Defizit nie kompensieren können).
Zum anderen erscheint mir Hoarding aber auch als ein Entgleisen der süßlichen Art von Tierliebe, die bei manchen Frauen zu beobachten ist (und wo ich bislang noch kein männliches Pendant entdeckte, egal wie aufmerksam ich von Zeit zu Zeit Tierforen lese oder Erfahrungen austausche). Auch in moderaterer Form ist diese Gefühlsduselei oft schwer auszuhalten, da alles entsetztlich dramatisiert wird. Nicht unbedingt aus wirklicher Tierliebe, wie ein Beispiel zeigt: eine Frau pflegt ihre Katze jeden Tag sieben Stunden lang "rauszuwerfen", da sie sonst an Möbeln kratzt, wenn sie allein in der Wohnung ist. Einzige Sorge sind die niedrige Temperaturen und dass die Katze, wie eine Vorgängerin auch, auf der nahen Strasse überfahren werden könnte.
Posterinnen überbieten sich in den geweinten Tränen und den schlaflosen Nächten wegen Katzen, die ähnlich behandelt wurden und auch dort Freigang hatten, wo es gefährlich war. Der schlichte Hinweis darauf, dass eine Katze Gesellschaft braucht, wenn sie allein zu Hause ist, und dass Freigänger gerade im Winter nach ein, zwei Stunden heimkommen und erwarten, dass man sie hereinlässt, löst Beschimpfungen der Gefühlsdusel-Katzenliebhaberinnen aus. Das Ganze sieht nach einem Tränen-Marathon aus, in dem nur die ihre Tiere liebt, die schon oft welche verloren hat (Hoarden in Serie ist da ein böser Gedanke :-).
Perfid sind Frauen, die nicht mal genetische Grundbegriffe kennen oder Krankheiten oder Rassen richtig schreiben, aber "züchten" wollen. Sie labern dich schon virtuell voll mit einem Gestammel über "geliebte Katzis", um die sie sich neben einer Horde Hunde und einigen Kindern natürlich "ganz lieb" kümmern. Ähnliche Persönlichkeiten, aber leider auch ganz normale, unerfahrene Menschen, die nicht wissen, dass es anders auch geht, fallen dann rein auf derlei Charaktere - und verbringen das meist kurze Leben ihres "Katzis" vor allem in der Tierarztpraxis.
Wohl kein Zufall ist es, dass gerade seriöse Züchterinnen gerne von anderen Frauen angefeindet werden: einerseits von Gefühlsduseligen, die wütend sind, dass die "ich hab alle Katzen lieb"-Tour keinen Preisnachlass bewirkt (und dass nicht jede, die eine bestimmte Katze will, diese auch bekommt!), andererseits von Vermehrerinnen, die mitunter mit einer gerade verhungernden und verdurstenden Katze im einem Käfig neben dem Computer Hasspostings absondern (so einen Fall gab es wirklich!). Die Abgründe weiblicher "Tierliebe" sind beispielsweise auf der Seite Züchterszene dokumentiert - es sind Frauen, die neben Tränendrüse und emotionaler Erpressung zu allen möglichen Tricks greifen.
Und es sind leider auch Frauen, die Alarmsignale und Hausverstand ausschalten, wenn jemand versucht, sie auf emotionaler Ebene einzuwickeln. Wenn sie dann reingefallen sind, lesen sich ihre Schilderungen wie eine Aneinanderreihung von SO NICHT! - Punkten. Ob Hundewelpe oder Katzenjunges, es handelt sich um kranke, verschnupfte Tierchen, die oft auch unterernährt sind und keinen vollen Impfschutz haben. Ein Stammbaum wird versprochen, doch angeblich stellt der Verein gerade keinen aus wegen dem Kölner Karneval (so eine tatsächlich bei einem Fall verwendete Masche!), und natürlich wird auch nie einer geschickt. Wenn Tiere krank werden, ist das die Schuld der neuen Besitzer - vielleicht haben sie den Pilz ja von den Kindern der Zweibeiner geerbt, so eine unverschämte "Züchterin"...
Hundeleute werden solche Momente kennen, wo uns die Tiere dazu bringen, mehr in der Natur zu sein als wir es unsretwegen wären, obwohl es auch uns so guttut. Baghira orientiert sich immer an meinem Standort, egal wo er herumstöbert, und taucht scheinbar aus dem Nichts auf. Wenn jemand mit Hund irgendwo vorbeispaziert, verharrt er unbeweglich. Bei unseren Ausflügen erkenne ich bald auch, ob etwas unsere Aufmerksamkeit verdient, und reagiere intensiver auf Geräusche und Bewegungen als sonst. Früher hätte ich mir nie gedacht, dass es so einfach sein kann, mit einer Katze spazierenzugehen - aber Baghira steht immer dann sofort schnurrend an der Tür und wartet auf sein Halsband, wenn ich mit ihm eine Runde drehen will (obwohl das nicht so oft der Fall ist wie es bei Hunden wäre).
Wer Tiere hortet, ist zu bedauern (abgesehen vom Leid, das dabei den Tieren selbst zugefügt wird), denn ihr/ihm entgehen solche Erfahrungen. Und auch, dass jedes Tier eine unverwechselbare Persönlichkeit, Eigenheiten und Vorlieben hat. Animal Hoarding nennt man dies mit der Fachbezeichnung, die in den USA mittlerweile für eine psychische Erkrankung steht. In Amerika wird ein interdisziplinärer public health-Ansatz forciert, da Hoarding keine reine Tierschutzfrage ist. Immerhin lassen HoarderInnen, zu 75% übrigens Frauen, ihre Wohnungen und Häuser verwahrlosen (oder Grundstücke, auf denen Tiere mit wenig oder gar keinem Futter herumlaufen), alles ist voller Extremente, auch Tierkadaver und stinkt mindestens nach Ammoniak, wenn nicht noch ärger.
Dennoch halten es viele für etwas aus dem Ruder gelaufene Tierliebe - so auch der noch im Amt befindliche "Landesveterinärdirektor" für Niederösterreich, als vor drei Jahren eine kranke Frau inmitten von 80 Pudeln auf 15m2 verstorben war. Zuvor übten sich alle im Wegsehen und Verharmlosen, obwohl Frau wie Tiere dringend Hilfe benötigt hätten. Für die MitarbeiterInnen des Tierheims Krems war es wohl der schlimmste Einsatz, Pudel mit teilweise bis 14 kg verdreckten verfilzten Fellzoten von den Kadavern ihrer Artgenossen und einer Kotschicht wegzuholen. Animal Hoarding ist, Herr Veterinärdirektor bitte aufpassen, oft weitaus schlimmer als bewusste Tierquälerei. Ein Fall, wo es noch nicht zu toten Tieren kam, da rechtzeitig TierfreundInnen eingeschaltet wurden, ereignet sich gerade in Niederösterreich - und war Anlass für einen ausführlichen Artikel über Animal Hoarding.
Eine Frau wollte Bengalkatzen züchten, eine bei uns noch seltene Rasse, und besorgte sich Katze und Kater, mit Stammbaum versehen. Anscheinend hat sie bei den Bienen und Blumen in der Schule gefehlt, denn bald verlor sie den Überblick über ihre Katzenschar, die sich in Inzucht rasend vermehrte. Mittlerweile lebt sie mit 60 (!!!!) Katzen in Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, wobei die "Rudel" in etwa zu gleichen Teilen die Räume bewohnen. Man kann wohl auch sagen: die Legebatterie, denn das Tierschutzgesetz sieht artgerechte Haltung, sprich genügend Raum inklusive Rückzugsmöglichkeiten vor - gar nicht zu Reden von ausreichender Ernährung und medizinischer Versorgung. Als Resultat sind die Tiere, denen billiges Trockenfutter und Wasser hingestellt wird, unterernährt - viele liegen sehr sehr weit unter der Untergrenze, die in Rassebeschreibungen für Bengalen angegeben werden (Inzuchttiere sind kleiner, ergo auch leichter, aber trotzdem - 1,5 oder 2 oder 2,5 statt mindestens 5 kg erklärt dies nicht).
Mit Spenden werden die Tiere nun nach und nach kastriert und gechippt (letzteres wohl auch, um den Überblick zu haben, wer schon an der Reihe war und wer in welchem Gesundheitszustand ist). Impfen müssen die zukünftigen BesitzerInnen sie selbst, und solche Menschen werden nun fieberhaft gesucht. Der Amtstierarzt schreibt eine Bestandsreduzierung bis Ende Dezember um 53 Katzen vor (wobei ich angesichts von Hoarding als Krankheit nicht verstehen kann, wieso die Frau immerhin sieben Katzen behalten darf - diese sind ja bloss der Grundstock für neuerliches Hoarding, da HoarderInnen ohne Auflagen und / oder Therapie eine Rückfallquote von nahezu 100% haben).
Die TierfreundInnen haben Angst, nicht alle Katzen zu vermitteln oder auf Pflegeplätzen unterzubringen, da sie das Tierheim als Endstation für die Tiere ansehen. Wenn zufällig jemand helfen will und immer schon eine Katze (oder zwei, oder eine zweite) haben wollte, hier stehen alle Infos auf einer eigens zur Katzenvermittlung geschaffenen Webseite - natürlich mit Bildern von den wunderschönen Katzen im Raubtierlook. Übrigens sollen sie alle sehr lieb und zutraulich sein, dh ihr Wesen und das Verhalten gegenüber Menschen hat nicht gelitten....
In den USA gibt es eine nachahmenswerte Webseite, wo Fälle von Animal Hoarding, Tierwegnahme und Tierquälerei in einer Datenbank gesammelt werden. UserInnen sind dazu aufgefordert, nach Personen zu suchen, die sich für von ihnen abzugebende Haustiere interessieren. Auch die MitarbeiterInnen von Tierheimen verwenden die Datenbank, um potentielle neue Eigentümer unter die Lupe zu nehmen. Amerikanische TierschützerInnen sind mit ihren Tipps auch viel pragmatischer als manche hierzulande - so raten sie, von Interessenten Ausweise zu verlangen und die Identität zu überprüfen. Gegen das Verschenken von Tieren ohne Schutzgebühr führen sie an, was jemand alles mit einem Gratistier tun könnte - Schlangenfutter steht an erster Stelle....
Warum ist Hoarding eine Frauenkrankheit? Zum einen haben die ForscherInnen, die daran in den USA (interdisziplinär) arbeiten, wohl recht, wenn sie meinen, dass ein Zusammenhang zwischen trister, instabiler Kindheit mit Haustieren als einzigem konstantem Faktor und späterem Hoarden besteht. Grob gesprochen gaben die Tiere Liebe, aber nie genug (da es ja um elterliche Zuwendung ging), weswegen dann immer mehr Tiere angeschafft werden (die aber auch in der Masse das einstige Defizit nie kompensieren können).
Zum anderen erscheint mir Hoarding aber auch als ein Entgleisen der süßlichen Art von Tierliebe, die bei manchen Frauen zu beobachten ist (und wo ich bislang noch kein männliches Pendant entdeckte, egal wie aufmerksam ich von Zeit zu Zeit Tierforen lese oder Erfahrungen austausche). Auch in moderaterer Form ist diese Gefühlsduselei oft schwer auszuhalten, da alles entsetztlich dramatisiert wird. Nicht unbedingt aus wirklicher Tierliebe, wie ein Beispiel zeigt: eine Frau pflegt ihre Katze jeden Tag sieben Stunden lang "rauszuwerfen", da sie sonst an Möbeln kratzt, wenn sie allein in der Wohnung ist. Einzige Sorge sind die niedrige Temperaturen und dass die Katze, wie eine Vorgängerin auch, auf der nahen Strasse überfahren werden könnte.
Posterinnen überbieten sich in den geweinten Tränen und den schlaflosen Nächten wegen Katzen, die ähnlich behandelt wurden und auch dort Freigang hatten, wo es gefährlich war. Der schlichte Hinweis darauf, dass eine Katze Gesellschaft braucht, wenn sie allein zu Hause ist, und dass Freigänger gerade im Winter nach ein, zwei Stunden heimkommen und erwarten, dass man sie hereinlässt, löst Beschimpfungen der Gefühlsdusel-Katzenliebhaberinnen aus. Das Ganze sieht nach einem Tränen-Marathon aus, in dem nur die ihre Tiere liebt, die schon oft welche verloren hat (Hoarden in Serie ist da ein böser Gedanke :-).
Perfid sind Frauen, die nicht mal genetische Grundbegriffe kennen oder Krankheiten oder Rassen richtig schreiben, aber "züchten" wollen. Sie labern dich schon virtuell voll mit einem Gestammel über "geliebte Katzis", um die sie sich neben einer Horde Hunde und einigen Kindern natürlich "ganz lieb" kümmern. Ähnliche Persönlichkeiten, aber leider auch ganz normale, unerfahrene Menschen, die nicht wissen, dass es anders auch geht, fallen dann rein auf derlei Charaktere - und verbringen das meist kurze Leben ihres "Katzis" vor allem in der Tierarztpraxis.
Wohl kein Zufall ist es, dass gerade seriöse Züchterinnen gerne von anderen Frauen angefeindet werden: einerseits von Gefühlsduseligen, die wütend sind, dass die "ich hab alle Katzen lieb"-Tour keinen Preisnachlass bewirkt (und dass nicht jede, die eine bestimmte Katze will, diese auch bekommt!), andererseits von Vermehrerinnen, die mitunter mit einer gerade verhungernden und verdurstenden Katze im einem Käfig neben dem Computer Hasspostings absondern (so einen Fall gab es wirklich!). Die Abgründe weiblicher "Tierliebe" sind beispielsweise auf der Seite Züchterszene dokumentiert - es sind Frauen, die neben Tränendrüse und emotionaler Erpressung zu allen möglichen Tricks greifen.
Und es sind leider auch Frauen, die Alarmsignale und Hausverstand ausschalten, wenn jemand versucht, sie auf emotionaler Ebene einzuwickeln. Wenn sie dann reingefallen sind, lesen sich ihre Schilderungen wie eine Aneinanderreihung von SO NICHT! - Punkten. Ob Hundewelpe oder Katzenjunges, es handelt sich um kranke, verschnupfte Tierchen, die oft auch unterernährt sind und keinen vollen Impfschutz haben. Ein Stammbaum wird versprochen, doch angeblich stellt der Verein gerade keinen aus wegen dem Kölner Karneval (so eine tatsächlich bei einem Fall verwendete Masche!), und natürlich wird auch nie einer geschickt. Wenn Tiere krank werden, ist das die Schuld der neuen Besitzer - vielleicht haben sie den Pilz ja von den Kindern der Zweibeiner geerbt, so eine unverschämte "Züchterin"...
04.12.06
Allerlei Heutiges (u.a. Litwinenko, Temple Grandin)
Die Punschlaune greift um sich, typisch vor Weihnachten. Beim Punschtrinken in privatem Rahmen werden Tipps ausgetauscht, wo es ganz besonders schöne Weihnachtsmärkte mit selbstverständlich auch ganz besonders guten Punschständen gibt.
Warm-wohlig ist es jedenfalls hinterher, auch wenn meist, zwecks (Rad)Fahrtüchtigkeit die alkoholfreie Variante gewählt wird. Bloggen ist aber, dank des Alkoholverzichts wg. Fahrtüchtigkeit, ohne weiteres möglich ;-)
Manches läßt sich kurz fassen: Hilmar Kabas wurde heute vom Bundespräsidenten als Kurzzeit-Volksanwalt angelobt und verschwand bei Herrn Fischer auf ganze sechs Minuten plaudern bei Kaffee. Nun frag ich euch, werte LeserInnen: wenn ihr die Punsch-Tour mit einem Stehkaffee startet und alle Höflichkeiten zwecks Begrüßung schon vorher austauscht - kommt ihr mit sechs Minuten für einen Kaffee aus? Vermutlich nicht. Wahrscheinlich hätte Fischer zur Kabas-Bestellung einfach nur das gesagt, was mir dazu einfällt: Hump! Dump!
Vorgestern war hier die Ermordung des Ex-KGB-Mannes Litwinenko Thema. Von wegen "Berufsrisiko" und dergleichen. Inzwischen geht unkritischen Medien auf, dass der KGB extrem kontraproduktiv gearbeitet haben muss, wenn es darum ging, Kritik an Putin auszuschalten. Denn jetzt ist dieser Effekt vervielfacht da, gemessen an dem, was Litwinenko lebend hätte bewirken können.
Also probiert man es andersrum, was die ZDF-Nachrichten heute um 21.45 Uhr anschaulich vorführten: So unheimlich deutlich war es ein perfide inszenierter Mord, weil es ein Signal an andere Ex-Agenten sein soll, die sich auch überlegen auszupacken. Dazu passend wurde so einer interviewt, der auch London als Wohnsitz gewählt hat. Zuerst war der KGB also (noch ohne Hintergedanken) höchst ungeschickt zu Werke gegangen - grad dass keine Flugzettel abgeworfen oder Al Qaida-artige Bekennerschreiben ins Internet gestellt wurden.
Nun sollen wir akzeptieren, dass bewußt auffällig agiert wurde, um Agenten ein Zeichen zu geben. Diesmal ist nicht der KGB (FSB eigentlich) extrem plump, sondern seine Ex-Agenten brauchen einen Holzhammer, wo anderen subtile Signale genügen. Es gibt wohl keinen Agenten, der Liquidationen nicht erkennt, wie sehr sie auch medial als "Selbstmord" oder auch "Autounfall" oder "Raubüberfall" verkauft werden. Darüber hinaus gibt es Politiker und Journalisten, die sich genug mit Geheimdienstfragen befasst haben, um zu realisieren, dass jemand gezielt getötet wurde. Wiederum müssen wir nüchtern feststellen, dass es sich um ein Signal an die Weltöffentlichkeit und nicht an Ex-Agenten handelt. Ein Signal, das den KGB diskreditiert (was ja okay ist, nachdem alle Dienste abgeschafft gehören) und natürlich auch den russischen Präsidenten Putin (damit was an seiner Stelle kommt - eine Marionettenregierung wie in Afghanistan?).
Mit dem "Erkennen" sieht es beispielsweise so aus: ein Politiker, der bereits länger im Visier der CIA ist, wird in einer nachts eher menschenleeren Gegend überfallen. Zum Glück wird der "Räuber" gestört, an dessen "unheimlich klaren" Blick sich das Opfer danach gut erinnert, als die offizielle Sprachregelung ist, dass es sich um einen Drogensüchtigen handelt. Als der Mann niedergeschlagen wurde, hatte er zusätzlich noch einen Schutzengel, da er, wäre er ein paar Zentimeter woanders aufgekommen, wahrscheinlich tot gewesen wäre. Freunde, die davon erfahren und um politische Hintergründe wissen, glauben keine Sekunde lang an den zufälligen Raubüberfall; sie sind schockiert, aber nicht völlig überrascht und beobachten genau einander ausschließende Berichte über die Abläufe davor in ein und derselben Zeitung, je nach Morgen- oder Abendausgabe. Da sich der Mann erstmal von seinen Verletzungen erholen muss, ist der Weg für denjenigen frei, dessen geplanten Aufstieg er verhindern hätte können.
Ex-NSA-Mann Wayne Madsen schreibt heute in Sachen Litwinenko: It has been reported from London and Chechen sources that ex-KGB and FSB Russian spy Alexander Litvinenko was not only a convert to Islam but a supporter of the Chechen and Caucasus mujaheddin, a movement that has been linked to the so-called "Al Qaeda," an organization that is looking more and more like an contrivance by neo-conservatives and their organized crime friends to bring about a state of constant war in the Middle East, Central Asia, Russia, and beyond to maximize political and financial gain. Litvinenko's conversion to Islam has thrown a new wrinkle into Litvinenko's relationship with Boris Berezovsky and Alex Goldfarb, both Russian Jewish emigres.
The following dispatch came from the "Chechenpress.org", a Chechen news web site, on November 24: The communication from London the day before at night arrived to us of the poisoning and passing away of Aleksandr Litvinenko. A. Litvinenko it was poisoned on 1 November. Doctors struggled for the life of A. Litvinenko, however, it was impossible to save him. Meanwhile, a while back Litvinenko accepted Islam and all Moslem rites were carried out before his death. A specially invited mullah read over the dying Litvinenko the 'Sura Yasin' [key passage from the Koran]. Aleksandr Litvinenko will be buried in a Moslem cemetery, with the observance of all proper rituals. Nearing death, and understanding that his killers are Putin and his criminal clique, Aleksandr Litvinenko requested to transmit to the Mujahadeen of Chechnya and Caucasus that they understand him as their brother in the weapon [emphasis added] and he requested to the Most High Allah for themselves the future of martyr (insha Allah)."
The European media is now reporting that Litvinenko was involved in smuggling nuclear materials from Russia to Zurich in 2000 and that he may have continued his involvement in nuclear smuggling. Some reports, including recent comments to the BBC by Litvinenko's friend, Italian "security expert" Mario Scaramella, suggest that Litvinenko was involved in the smuggling on radioactive materials. An accident involved in the smuggling of nuclear materials may have resulted in Litvinenko's poisoning from radioactive polonium-210. Litvinenko's involvement with the Chechen Mujaheddin, said to be allied with the so-called "Al Qaeda," his links to the same European organized crime smuggling networks that were the subject of surveillance by outed CIA agent Valerie Plame Wilson and her Brewster Jennings & Associates covert CIA front company, and his links to Israel-based Russian gangsters all add to a mounting pile of evidence of "Al Qaeda" links to the Russian-Israeli Mafia.
Das verrät uns der ORF sicher nicht :-) Und auch dieses fehlt hierzulande in den großen Medien: The Chechen press release reference to "the weapon" may have been hinting at a project to build a radioactive "dirty bomb" by Litvinenko. London's Observer surmised as much in a December 3 report: "Among the theories that remain open is that the poisonings were an accident that happened while Litvinenko tried to assemble a dirty bomb for Chechen rebels. Those who know him believe he was crazy enough to attempt such a thing and, in the past week, some have implicated him in the smuggling of nuclear materials from Russia."Also of interest is Litvinenko's visit to the London office of the British private military contractor Erinsys, Ltd., which has been linked to Iraqi National Congress neo-con agent of influence Ahmad Chalabi. Erinsys has operations in Britain; Iraq; South Africa; the Nigerian Delta region, and Houston, Texas.
Polonium, das im Gegensatz etwa zu Thallium nicht über Nacht wirkt, sondern erst binnen Wochen, ist nicht geeignet, jemanden zum Schweigen zu bringen, meint Edward Epstein. Außerdem: Evgeni Limarev (dessen Vater eine wichtige Position beim KGB hatte) said: 'I had very strong information, confirmed by Mario, that Litvinenko had quarrelled with Berezovsky. I can't say more than that.'
Limarev then produced an e-mail which he said had come from Scaramella on the day of the sushi bar meeting, referring to Litvinenko 'interrupting relations' with Berezovsky on the advice of the US and Britain. Limarev refused to show The Mail on Sunday the whole of the email, which was written in very poor English. But he said that Scaramella told him that Litvinenko had been warned by agents. It is the first suggestion of the involvement of Western intelligence agents in the intrigue and the most direct hint that Litvinenko could have been targeted because of his ties to Berezovsky's circle.
Und: Limarev says he first encountered Litvinenko in 2001, contacting him to ask him to speak to Berezovsky about possible business deals. Litvinenko then introduced Limarev to Scaramella, who invited him to help with his work on an Italian Parliamentary investigation - the Mitrokhin Commission - into KGB activity in the country during the Cold War. Limarev says he stopped working for Scaramella in 2005 after he became concerned about the Commission's activities.
He said: 'I don't know who pays Scaramella. My guess is that his money comes from a number of sources - very likely US and Italian, but I really don't know if he gets anything from Russia. 'Scaramella seems to be obsessed with nuclear topics,' he added, referring to Scaramella's work for a mysterious outfit called the Environmental Crime Prevention Program, which apparently uses satellites to track nuclear waste. 'But I don't think Mario was Litvinenko's killer. Maybe the killers contaminated him a little at the same time as they poisoned Alex to implicate him, maybe he was contaminated by accident.
Beim Standard schreibt Josef Kirchengast in einer an den kalten Krieg erinnernden Kommentar über Rußland außer Kontrolle. Von vorherein steht für ihn Putin als Schuldiger fest, obwohl er den LeserInnen weismachen will, dass er mehrere Möglichkeiten untersucht. Postings, die erläutern, dass der KGB wohl nicht komplett blöd vorgeht, werden zensiert. Besonders dann übrigens, wenn direkte Fragen an den Autor gestellt werden. Etwa, ob mehrfache Dummheit wirklich so wahrscheinlich ist, wie der Schreiber überzeugt ist:
1. Der KGB ist dümmer als CIA, Mossad, MI6 und liquidiert jemanden offensichtlich, sodass Legenden wie Selbstmord, Raubüberfall oder Unfall nicht möglich sind.
2. Agenten des KGB sind dümmer als jene bei CIA, Mossad, MI6 und brauchen riesige Signale, um zu kapieren, dass sie besser den Mund halten (nicht mal Nichtagenten, die Hintergründe recherchieren, sind auf direkte Zeichen angewiesen, sondern verstehen sehr wohl Subtiles)
3. Der KGB ist zu dumm, eine schnell wirkende Methode zu wählen, wenns darum geht, jemanden zum Schweigen zu bringen. Stattdessen macht man es so, dass diese Person, ständig Focus von Medienberichterstattung, drei Wochen lang Putin beschuldigen kann.
4. Der KGB schafft es, um Schaden von Putin abzuwenden (was ja wohl auch seine Aufgabe ist), den Schaden für Putin zu vervielfachen.
Vernünftig ist hingegen ein Artikel des Journalisten Chris Floyd, der auch davon ausgeht, dass Putin so ziemlich der Letzte wäre, der einen Nutzen aus der Affäre zieht. Im Geflecht von Geheimnissen, Operationen, seltsamen Allianzen, das bei Ex-Agenten fast unweigerlich ins Spiel kommt, gibt es eine Menge an Verdächtigen, meint er. Zu Litwinenko stellt er schlicht fest: Over the years, Litvinenko had charged, among many other things, that the Kremlin had trained al-Qaeda's top leaders prior to 9/11; that Putin was behind last year's subway bombings in London; that the FSB was responsible for the 2002 Moscow theater massacre and the horrific 2004 slaughter at the Beslan schoolhouse; and that Italian Prime Minister Romano Prodi was a long-time KGB agent.
This summer, when Putin was filmed playfully smooching a small boy's belly, Litvinenko rushed out a piece declaring that Putin was a paedophile - a proven fact that he and other FSB officials had known for years, he said, although he didn't explain why he had refrained from revealing this damning information before. None of these charges had been taken seriously, or even noticed in the media. Almost no one had ever heard of Litvinenko before the poisoning. Unlike Anna Politkovskaya, the muckraking, anti-Putin journalist murdered in Moscow in October, Litvinenko did not have an international reputation based on years of solid, credible work in the field.
Und da war dann noch Herr Scaramella, der Mann, der "KGB-Poisoning" überlebte: Little concrete is known of Mr Scaramella. He is believed to be 36 years old and has claimed to work as a security agent for the Italian Government, the CIA and Colombian authorities. The Italian Foreign Ministry has denied that he is a member of SISMI, the Italian secret service, although his official specialisation in environmental law has led him to some strange and violent places. Two years ago, he survived an alleged assassination attempt in Naples when he was shot at while attending the demolition of an illegal building constructed by a suspected Mafia don.
Neu bei den Ceiberweibern: ein Artikel über Temple Grandin und Autismus - die amerikanische Wissenschafterin war nicht nur die Erste, die aus eigener Erfahrung über Autismus schrieb, sondern revolutionierte die Haltung von "Nutz"tieren. Sie wurde zuerst belächelt, als sie Gänge, die Rindern Angst machten, aus der Kuhperspektive inspizierte. Es war verblüffend, dass relativ einfache Details zuvor niemandem aufgefallen waren: schlackernde Ketten, Wechsel von Hell und Dunkel, wehendes Plastik oder Reflexe in Pfützen. Freilich muss man nicht AutistIn sein, um derlei zu bemerken (auch wenn Autismus, wo ähnlich der tierischen Wahrnehmung eher Details als das Gesamtbild gesehen werden, dies erleichtert).
Im Umgang mit Pferden lernt man beispielsweise rasch, gerade auf Kleinigkeiten zu achten, und ist bald von sich aus aufmerksam oder weiss sofort, was beseitigt werden muss, wenn z.B. ein auf die Weide geführtes Pferd unterwegs erstarrt und nicht mehr weiterwill. Dass "Nutz"tiere nicht diese Geduld erfahren konnten, sondern mit dem Elektroschocker weitergetrieben wurden, zeigt nur, dass sie bloss als Fleischliferanten einen Stellenwert haben. Dank Grandin werden die Betriebe in den USA "tiergerechter" gemacht, und auch auf dem letzten Weg in den Schlachthof sind die Tiere nun meist davor bewahrt, sich schrecken zu müssen. "Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier", Grandins neuestes Buch, ist allen Tier"besitzerInnen" sehr zu empfehlen. Sie reichert ihre Erfahrungen mit Erkenntnissen aus der Forschung an und hat auch eine Menge Tipps beispielsweise für den Umgang mit Hunden parat....
Warm-wohlig ist es jedenfalls hinterher, auch wenn meist, zwecks (Rad)Fahrtüchtigkeit die alkoholfreie Variante gewählt wird. Bloggen ist aber, dank des Alkoholverzichts wg. Fahrtüchtigkeit, ohne weiteres möglich ;-)
Manches läßt sich kurz fassen: Hilmar Kabas wurde heute vom Bundespräsidenten als Kurzzeit-Volksanwalt angelobt und verschwand bei Herrn Fischer auf ganze sechs Minuten plaudern bei Kaffee. Nun frag ich euch, werte LeserInnen: wenn ihr die Punsch-Tour mit einem Stehkaffee startet und alle Höflichkeiten zwecks Begrüßung schon vorher austauscht - kommt ihr mit sechs Minuten für einen Kaffee aus? Vermutlich nicht. Wahrscheinlich hätte Fischer zur Kabas-Bestellung einfach nur das gesagt, was mir dazu einfällt: Hump! Dump!
Vorgestern war hier die Ermordung des Ex-KGB-Mannes Litwinenko Thema. Von wegen "Berufsrisiko" und dergleichen. Inzwischen geht unkritischen Medien auf, dass der KGB extrem kontraproduktiv gearbeitet haben muss, wenn es darum ging, Kritik an Putin auszuschalten. Denn jetzt ist dieser Effekt vervielfacht da, gemessen an dem, was Litwinenko lebend hätte bewirken können.
Also probiert man es andersrum, was die ZDF-Nachrichten heute um 21.45 Uhr anschaulich vorführten: So unheimlich deutlich war es ein perfide inszenierter Mord, weil es ein Signal an andere Ex-Agenten sein soll, die sich auch überlegen auszupacken. Dazu passend wurde so einer interviewt, der auch London als Wohnsitz gewählt hat. Zuerst war der KGB also (noch ohne Hintergedanken) höchst ungeschickt zu Werke gegangen - grad dass keine Flugzettel abgeworfen oder Al Qaida-artige Bekennerschreiben ins Internet gestellt wurden.
Nun sollen wir akzeptieren, dass bewußt auffällig agiert wurde, um Agenten ein Zeichen zu geben. Diesmal ist nicht der KGB (FSB eigentlich) extrem plump, sondern seine Ex-Agenten brauchen einen Holzhammer, wo anderen subtile Signale genügen. Es gibt wohl keinen Agenten, der Liquidationen nicht erkennt, wie sehr sie auch medial als "Selbstmord" oder auch "Autounfall" oder "Raubüberfall" verkauft werden. Darüber hinaus gibt es Politiker und Journalisten, die sich genug mit Geheimdienstfragen befasst haben, um zu realisieren, dass jemand gezielt getötet wurde. Wiederum müssen wir nüchtern feststellen, dass es sich um ein Signal an die Weltöffentlichkeit und nicht an Ex-Agenten handelt. Ein Signal, das den KGB diskreditiert (was ja okay ist, nachdem alle Dienste abgeschafft gehören) und natürlich auch den russischen Präsidenten Putin (damit was an seiner Stelle kommt - eine Marionettenregierung wie in Afghanistan?).
Mit dem "Erkennen" sieht es beispielsweise so aus: ein Politiker, der bereits länger im Visier der CIA ist, wird in einer nachts eher menschenleeren Gegend überfallen. Zum Glück wird der "Räuber" gestört, an dessen "unheimlich klaren" Blick sich das Opfer danach gut erinnert, als die offizielle Sprachregelung ist, dass es sich um einen Drogensüchtigen handelt. Als der Mann niedergeschlagen wurde, hatte er zusätzlich noch einen Schutzengel, da er, wäre er ein paar Zentimeter woanders aufgekommen, wahrscheinlich tot gewesen wäre. Freunde, die davon erfahren und um politische Hintergründe wissen, glauben keine Sekunde lang an den zufälligen Raubüberfall; sie sind schockiert, aber nicht völlig überrascht und beobachten genau einander ausschließende Berichte über die Abläufe davor in ein und derselben Zeitung, je nach Morgen- oder Abendausgabe. Da sich der Mann erstmal von seinen Verletzungen erholen muss, ist der Weg für denjenigen frei, dessen geplanten Aufstieg er verhindern hätte können.
Ex-NSA-Mann Wayne Madsen schreibt heute in Sachen Litwinenko: It has been reported from London and Chechen sources that ex-KGB and FSB Russian spy Alexander Litvinenko was not only a convert to Islam but a supporter of the Chechen and Caucasus mujaheddin, a movement that has been linked to the so-called "Al Qaeda," an organization that is looking more and more like an contrivance by neo-conservatives and their organized crime friends to bring about a state of constant war in the Middle East, Central Asia, Russia, and beyond to maximize political and financial gain. Litvinenko's conversion to Islam has thrown a new wrinkle into Litvinenko's relationship with Boris Berezovsky and Alex Goldfarb, both Russian Jewish emigres.
The following dispatch came from the "Chechenpress.org", a Chechen news web site, on November 24: The communication from London the day before at night arrived to us of the poisoning and passing away of Aleksandr Litvinenko. A. Litvinenko it was poisoned on 1 November. Doctors struggled for the life of A. Litvinenko, however, it was impossible to save him. Meanwhile, a while back Litvinenko accepted Islam and all Moslem rites were carried out before his death. A specially invited mullah read over the dying Litvinenko the 'Sura Yasin' [key passage from the Koran]. Aleksandr Litvinenko will be buried in a Moslem cemetery, with the observance of all proper rituals. Nearing death, and understanding that his killers are Putin and his criminal clique, Aleksandr Litvinenko requested to transmit to the Mujahadeen of Chechnya and Caucasus that they understand him as their brother in the weapon [emphasis added] and he requested to the Most High Allah for themselves the future of martyr (insha Allah)."
The European media is now reporting that Litvinenko was involved in smuggling nuclear materials from Russia to Zurich in 2000 and that he may have continued his involvement in nuclear smuggling. Some reports, including recent comments to the BBC by Litvinenko's friend, Italian "security expert" Mario Scaramella, suggest that Litvinenko was involved in the smuggling on radioactive materials. An accident involved in the smuggling of nuclear materials may have resulted in Litvinenko's poisoning from radioactive polonium-210. Litvinenko's involvement with the Chechen Mujaheddin, said to be allied with the so-called "Al Qaeda," his links to the same European organized crime smuggling networks that were the subject of surveillance by outed CIA agent Valerie Plame Wilson and her Brewster Jennings & Associates covert CIA front company, and his links to Israel-based Russian gangsters all add to a mounting pile of evidence of "Al Qaeda" links to the Russian-Israeli Mafia.
Das verrät uns der ORF sicher nicht :-) Und auch dieses fehlt hierzulande in den großen Medien: The Chechen press release reference to "the weapon" may have been hinting at a project to build a radioactive "dirty bomb" by Litvinenko. London's Observer surmised as much in a December 3 report: "Among the theories that remain open is that the poisonings were an accident that happened while Litvinenko tried to assemble a dirty bomb for Chechen rebels. Those who know him believe he was crazy enough to attempt such a thing and, in the past week, some have implicated him in the smuggling of nuclear materials from Russia."Also of interest is Litvinenko's visit to the London office of the British private military contractor Erinsys, Ltd., which has been linked to Iraqi National Congress neo-con agent of influence Ahmad Chalabi. Erinsys has operations in Britain; Iraq; South Africa; the Nigerian Delta region, and Houston, Texas.
Polonium, das im Gegensatz etwa zu Thallium nicht über Nacht wirkt, sondern erst binnen Wochen, ist nicht geeignet, jemanden zum Schweigen zu bringen, meint Edward Epstein. Außerdem: Evgeni Limarev (dessen Vater eine wichtige Position beim KGB hatte) said: 'I had very strong information, confirmed by Mario, that Litvinenko had quarrelled with Berezovsky. I can't say more than that.'
Limarev then produced an e-mail which he said had come from Scaramella on the day of the sushi bar meeting, referring to Litvinenko 'interrupting relations' with Berezovsky on the advice of the US and Britain. Limarev refused to show The Mail on Sunday the whole of the email, which was written in very poor English. But he said that Scaramella told him that Litvinenko had been warned by agents. It is the first suggestion of the involvement of Western intelligence agents in the intrigue and the most direct hint that Litvinenko could have been targeted because of his ties to Berezovsky's circle.
Und: Limarev says he first encountered Litvinenko in 2001, contacting him to ask him to speak to Berezovsky about possible business deals. Litvinenko then introduced Limarev to Scaramella, who invited him to help with his work on an Italian Parliamentary investigation - the Mitrokhin Commission - into KGB activity in the country during the Cold War. Limarev says he stopped working for Scaramella in 2005 after he became concerned about the Commission's activities.
He said: 'I don't know who pays Scaramella. My guess is that his money comes from a number of sources - very likely US and Italian, but I really don't know if he gets anything from Russia. 'Scaramella seems to be obsessed with nuclear topics,' he added, referring to Scaramella's work for a mysterious outfit called the Environmental Crime Prevention Program, which apparently uses satellites to track nuclear waste. 'But I don't think Mario was Litvinenko's killer. Maybe the killers contaminated him a little at the same time as they poisoned Alex to implicate him, maybe he was contaminated by accident.
Beim Standard schreibt Josef Kirchengast in einer an den kalten Krieg erinnernden Kommentar über Rußland außer Kontrolle. Von vorherein steht für ihn Putin als Schuldiger fest, obwohl er den LeserInnen weismachen will, dass er mehrere Möglichkeiten untersucht. Postings, die erläutern, dass der KGB wohl nicht komplett blöd vorgeht, werden zensiert. Besonders dann übrigens, wenn direkte Fragen an den Autor gestellt werden. Etwa, ob mehrfache Dummheit wirklich so wahrscheinlich ist, wie der Schreiber überzeugt ist:
1. Der KGB ist dümmer als CIA, Mossad, MI6 und liquidiert jemanden offensichtlich, sodass Legenden wie Selbstmord, Raubüberfall oder Unfall nicht möglich sind.
2. Agenten des KGB sind dümmer als jene bei CIA, Mossad, MI6 und brauchen riesige Signale, um zu kapieren, dass sie besser den Mund halten (nicht mal Nichtagenten, die Hintergründe recherchieren, sind auf direkte Zeichen angewiesen, sondern verstehen sehr wohl Subtiles)
3. Der KGB ist zu dumm, eine schnell wirkende Methode zu wählen, wenns darum geht, jemanden zum Schweigen zu bringen. Stattdessen macht man es so, dass diese Person, ständig Focus von Medienberichterstattung, drei Wochen lang Putin beschuldigen kann.
4. Der KGB schafft es, um Schaden von Putin abzuwenden (was ja wohl auch seine Aufgabe ist), den Schaden für Putin zu vervielfachen.
Vernünftig ist hingegen ein Artikel des Journalisten Chris Floyd, der auch davon ausgeht, dass Putin so ziemlich der Letzte wäre, der einen Nutzen aus der Affäre zieht. Im Geflecht von Geheimnissen, Operationen, seltsamen Allianzen, das bei Ex-Agenten fast unweigerlich ins Spiel kommt, gibt es eine Menge an Verdächtigen, meint er. Zu Litwinenko stellt er schlicht fest: Over the years, Litvinenko had charged, among many other things, that the Kremlin had trained al-Qaeda's top leaders prior to 9/11; that Putin was behind last year's subway bombings in London; that the FSB was responsible for the 2002 Moscow theater massacre and the horrific 2004 slaughter at the Beslan schoolhouse; and that Italian Prime Minister Romano Prodi was a long-time KGB agent.
This summer, when Putin was filmed playfully smooching a small boy's belly, Litvinenko rushed out a piece declaring that Putin was a paedophile - a proven fact that he and other FSB officials had known for years, he said, although he didn't explain why he had refrained from revealing this damning information before. None of these charges had been taken seriously, or even noticed in the media. Almost no one had ever heard of Litvinenko before the poisoning. Unlike Anna Politkovskaya, the muckraking, anti-Putin journalist murdered in Moscow in October, Litvinenko did not have an international reputation based on years of solid, credible work in the field.
Und da war dann noch Herr Scaramella, der Mann, der "KGB-Poisoning" überlebte: Little concrete is known of Mr Scaramella. He is believed to be 36 years old and has claimed to work as a security agent for the Italian Government, the CIA and Colombian authorities. The Italian Foreign Ministry has denied that he is a member of SISMI, the Italian secret service, although his official specialisation in environmental law has led him to some strange and violent places. Two years ago, he survived an alleged assassination attempt in Naples when he was shot at while attending the demolition of an illegal building constructed by a suspected Mafia don.
Neu bei den Ceiberweibern: ein Artikel über Temple Grandin und Autismus - die amerikanische Wissenschafterin war nicht nur die Erste, die aus eigener Erfahrung über Autismus schrieb, sondern revolutionierte die Haltung von "Nutz"tieren. Sie wurde zuerst belächelt, als sie Gänge, die Rindern Angst machten, aus der Kuhperspektive inspizierte. Es war verblüffend, dass relativ einfache Details zuvor niemandem aufgefallen waren: schlackernde Ketten, Wechsel von Hell und Dunkel, wehendes Plastik oder Reflexe in Pfützen. Freilich muss man nicht AutistIn sein, um derlei zu bemerken (auch wenn Autismus, wo ähnlich der tierischen Wahrnehmung eher Details als das Gesamtbild gesehen werden, dies erleichtert).
Im Umgang mit Pferden lernt man beispielsweise rasch, gerade auf Kleinigkeiten zu achten, und ist bald von sich aus aufmerksam oder weiss sofort, was beseitigt werden muss, wenn z.B. ein auf die Weide geführtes Pferd unterwegs erstarrt und nicht mehr weiterwill. Dass "Nutz"tiere nicht diese Geduld erfahren konnten, sondern mit dem Elektroschocker weitergetrieben wurden, zeigt nur, dass sie bloss als Fleischliferanten einen Stellenwert haben. Dank Grandin werden die Betriebe in den USA "tiergerechter" gemacht, und auch auf dem letzten Weg in den Schlachthof sind die Tiere nun meist davor bewahrt, sich schrecken zu müssen. "Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier", Grandins neuestes Buch, ist allen Tier"besitzerInnen" sehr zu empfehlen. Sie reichert ihre Erfahrungen mit Erkenntnissen aus der Forschung an und hat auch eine Menge Tipps beispielsweise für den Umgang mit Hunden parat....
03.12.06
Faszination der Vergangenheit
Stonehenge fasziniert seit Jahrtausenden, und gerade in der Gegenwart gibt es dank moderner Forschungsmethoden Neues zu entdecken. Am Samstag, den 2.12. stand das 5000 Jahre alte Momument im Mittelpunkt von Dokus in ATVplus und Arte. Die Frage, woher die unterschiedlichen Arten von Steinen stammen und wie sie mit den einstigen Mitteln transportiert wurden, wird schon lange heftig diskutiert. War Stonehenge ein Obersvatorium. war es auf den Stand der Sonne ausgerichtet? Darüber gibt es eine Menge an Theorien.
Freilich bietet Stonehenge im jetzigen Zustand nur einen ungefähren Eindruck davon, wie imposant es einst war. Die von Arte gezeigte Doku stammt von Channel Five und beinhaltet einen Nachbau des vollständigen Stonehenge aus Polystyren, den man sich in den Garten stellen kann (sofern dieser gross genug ist). Dabei wählte man die Version der letzten der bekannten Bauphasen und schuf ein beeindruckendes Werk, bei dem auch die "Steine" so gefärbt wurden, dass sie dem Orginal entsprechen.
Über 2000 Jahre wurden zuerst Holzpfosten, dann kleine und schließlich große Steine angeordnet. Obwohl nur mehr wenige Steine auf dem Platz stehe, den sie in der letzten Bauphase hatten, kann man recht genau rekonstruieren, wie Stonehenge einst aussah. Bei diesem Text ist so eine Zeichnung abgebildet. Hier ist der Stand der Forschung recht interessant beschrieben. Da es sich um eine Autorin handelt, wird der Vorstellung, ausschließlich Männer seien am Bau beteiligt gewesen, eine Absage erteilt - bei uns mögen ja Frauen auf Baustellen selten sein, in anderen Ländern jedoch keineswegs :-)
Berechnungen, wieviele Menschen wie lange gebaut haben, wirken absurd: bei einer damaligen britischen Bevölkerung von 300.000 sollen 10% drei Jahre gebraucht haben, um die schweren Steine zu schleppen, zu behauen und zu arrangieren. Zwar erwirtschaftete man in der Landwirtschaft sicher etwas Überschuss, sodass nicht alle Menschen Nahrungsmittel produzieren mußten, aber ob dies gereicht hätte, so viele sicher gesunde und kräftige Männer und Frauen für das Bauprojekt freizustellen? Zumindest weiss man, woher die Steine stammen: die Blausteine aus den Prescelli Mountains in Wales, ein oaar 100 km entfernt, die Sarsensteine aus auch heute nahezu unveränderten Wäldern einige Kilometer von Stonehenge.
Der Blaustein-Transport gilt als gelöst, da Überreste von Schiffen ausgegraben wurden, die der Zeit entsprechen und zum einen Einbäume sind, zum anderen ein gebautes leichtes Boot. Im ATV-Film wurden zwei Einbäume dazu verwendet, in der Mitte auf einer Art Brücke einen vier Tonnen-Stein zu transportieren, der einen Blaustein symbolisierte. Das Experiment gelang ebenso wie der Transport auf einem nachgebauten Boot, das zwei Ruderern, einer weiteren Person und einem Segel Platz bot, wobei dieses Boot der um die Hälfte kleinere Nachbau der gefundenen Schiffsreste ist. Auf dem Avon und auf dem Meer war das Boot sogar so schnell unterwegs wie ein kleineres Motorboot.
Bleibt der Transport über Land, der auch mit den Blausteinen zumindest bis zum Boot und dann wenige km nach Stonehenge zurückgelegt werden musste. Und natürlich ebenfalls mit den viel schwereren Sarsensteinen, die zudem über eine Anhöhe in unwegsamem Gelände gezogen werden mussten. Es gab immer wieder Versuche, Mammutblöcke über Land zu ziehen, was rasch zur Erschöpfung aller Beteiligten führte. Man vermutete auch, dass günstige Witterung (Schnee) abgewartet wurde, sodass ein dahingleitender Schlitten das Ganze etwas einfacher machte. Ein britischer Tischler hatte eine Idee, die live für die Channel Five-Arte-Sendung getestet wurde: ähnlich wie beim Rudern wurden (angespitzte) schmale meterlange Stämme unter einen 12 Tonnen schweren Betonblock gesteckt, der auf zwei längs befestigten Stämmen ruhte, die als Schlitten fungierten.
Auf Kommando hoben ein paar Männer und Frauen an jedem der "Ruder" im Takt den Block in einer Vorwärtsbewegung an. Siehe da, es funktionierte - wobei die Teams anfangs auch ineinandertrudelten, binnen Minuten aber den Dreh raus hatten, wie ihre VorfahrInnen die Aufgabe vielleicht bewältigten. Der Rudertrick kann auch erklären, wie die schweren, mit Zapfen auf die aufrecht stehenden Blöcke gesteckten Decksteine angehoben werden konnten. Es wurde ausprobiert, ob man den Betonblock mit den "Rudern" anheben und Baumstämme darunter schieben kann, mal so rum, mal so rum, wie bei einem Blockhaus. Es klappte, sodass der Block bald einen Meter hoch gehoben war.
Freilich war ein Gerüst notwendig, von dem aus gehoben und dann auf die aufrechten Steine geschoben wird. Ohne Gerüst werden es die Erbauer wohl nicht geschafft haben. Die senkrechten Steine wurden mittels einer Grube aufgestellt, die auf der einen Seite abgeschrägt war. Der so hineinrutschende Stein wurde dann durch Hebel auf der einen und Zug auf der anderen Seite aufgerichtet. Stonehenge unterscheidet von anderen Megalithbauwerken, dass die Steine (bis auf die Blausteine) behauen wurden, was für die Filme nur ansatzweise nachgestellt wurde. Man kann jedoch mit einem gezielt eingesetzten Stein einen anderen Stein grob behauen - sichtbare Resultate sind dann zu erwarten, wenn man darauf viel Zeit und Kraft verwendet.
Der Stonehenge-Nachbau diente diversen Experimenten und ist auch so faszinierend, da man sich endlich vorstellen kann, wie es "wirklich" war. Traditionell feiern Neodruiden in Stonehenge (das ansonsten nicht für Touristen zugänglich ist) die Sommersonnenwende (auch wenn die Druiden, als deren Nachfolger sie sich sehen, Stonehenge nicht erbauten, wohl aber nutzten). War es jedoch wirklich dieses Datum, auf das die Anlage ausgerichtet wurde? Mit einer massiven Lichtquelle wurde die Position von Winter- und Sommersonnenwende vor 5000 Jahren nachgestellt. Die "Originalsonne" war hier nicht dienlich, da sich die Erdachse seither weiter geneigt hat. Zwischen jenen beiden Steinen, die den Weg zum Steinkreis flankieren, brach die künstliche Sommersonne effektvoll durch. Weit beeindruckender war jedoch die nachgestellte Wintersonnenwende, mit viel gleißender wirkendem Licht.
Außerdem gibt es vier steinerne Markierungen außerhalb des Kreises, die am Mond ausgerichtet sind, wenn er alle 19 Jahre in Winternächten besonders hell ist. Nun verstehe ich durchaus, dass Menschen, die einen Steinkreis erbauen konnten, auch in der Lage sind, den Punkt der aufgehenden Wintersonne zu markieren - wie aber sollten sie mit einem Ereignis umgehen, das weit seltener ist, wo es doch keinerlei schriftliche Aufzeichnungen gab? Diese Frage erinnert an das Staunen über die Himmelsscheibe von Nebra, die BBC Horizon akribisch untersuchte. Mit dem Ergebnis, dass es sich um die älteste bekannte Abbildung der - nur manche Monate im Jahr sichtbaren - Plejaden handelt und dass auch ein Winkel eingezeichnet ist, der mit dem Sonnenstand im Winter zu tun hat (auch hier also Informationen, die für vom Ackerbau abhängige Gesellschaften wichtig waren).
Das Material der Himmelsscheibe gab darüber Aufschluss, woher es stammte und wo sie bearbeitet wurde: das Metall wurde im heutigen Österreich abgebaut und das Kunstwerk eben im Osten Deutschlands angefertigt. Mittlerweile hat man in Nebra auch Überreste einer Art Tempelanlage ausgegraben. Nebra und Stonehenge werfen die Vorstellungen von primitiven VorfahrInnen über den Haufen, da sowohl Steinkreis als auch Himmelsscheibe älter sind als etwa die Pyramiden. Freilich ist Stonehenge nicht allein, obwohl einzigartig: in der Gegend wimmelt es von Steinsetzungen, und man fand auch ein Woodhenge (Überreste einer hölzernen Anlage) und neuerdings ein Seahenge (eine hölzerne Anlage im Meer, datiert auf 2050 v.u.Z.).
Das "ultimative" Stonehenge-Experiment beinhaltete auch eine akustische Untersuchung - mit dem Ergebnis, dass der Schall wellenförmig von den Steinen reflektiert und auf einer Bahn nach außen gelenkt wurde. Dort versammelten sich wohl auch TeilnehmerInnen an welchen Ritualen und Versammlungen auch immer, doch durch die Konstruktion des Steinkreises konnten sie nicht sehen, was im Inneren passiert. Offenbar sollten sie es aber hören....
Freilich bietet Stonehenge im jetzigen Zustand nur einen ungefähren Eindruck davon, wie imposant es einst war. Die von Arte gezeigte Doku stammt von Channel Five und beinhaltet einen Nachbau des vollständigen Stonehenge aus Polystyren, den man sich in den Garten stellen kann (sofern dieser gross genug ist). Dabei wählte man die Version der letzten der bekannten Bauphasen und schuf ein beeindruckendes Werk, bei dem auch die "Steine" so gefärbt wurden, dass sie dem Orginal entsprechen.
Über 2000 Jahre wurden zuerst Holzpfosten, dann kleine und schließlich große Steine angeordnet. Obwohl nur mehr wenige Steine auf dem Platz stehe, den sie in der letzten Bauphase hatten, kann man recht genau rekonstruieren, wie Stonehenge einst aussah. Bei diesem Text ist so eine Zeichnung abgebildet. Hier ist der Stand der Forschung recht interessant beschrieben. Da es sich um eine Autorin handelt, wird der Vorstellung, ausschließlich Männer seien am Bau beteiligt gewesen, eine Absage erteilt - bei uns mögen ja Frauen auf Baustellen selten sein, in anderen Ländern jedoch keineswegs :-)
Berechnungen, wieviele Menschen wie lange gebaut haben, wirken absurd: bei einer damaligen britischen Bevölkerung von 300.000 sollen 10% drei Jahre gebraucht haben, um die schweren Steine zu schleppen, zu behauen und zu arrangieren. Zwar erwirtschaftete man in der Landwirtschaft sicher etwas Überschuss, sodass nicht alle Menschen Nahrungsmittel produzieren mußten, aber ob dies gereicht hätte, so viele sicher gesunde und kräftige Männer und Frauen für das Bauprojekt freizustellen? Zumindest weiss man, woher die Steine stammen: die Blausteine aus den Prescelli Mountains in Wales, ein oaar 100 km entfernt, die Sarsensteine aus auch heute nahezu unveränderten Wäldern einige Kilometer von Stonehenge.
Der Blaustein-Transport gilt als gelöst, da Überreste von Schiffen ausgegraben wurden, die der Zeit entsprechen und zum einen Einbäume sind, zum anderen ein gebautes leichtes Boot. Im ATV-Film wurden zwei Einbäume dazu verwendet, in der Mitte auf einer Art Brücke einen vier Tonnen-Stein zu transportieren, der einen Blaustein symbolisierte. Das Experiment gelang ebenso wie der Transport auf einem nachgebauten Boot, das zwei Ruderern, einer weiteren Person und einem Segel Platz bot, wobei dieses Boot der um die Hälfte kleinere Nachbau der gefundenen Schiffsreste ist. Auf dem Avon und auf dem Meer war das Boot sogar so schnell unterwegs wie ein kleineres Motorboot.
Bleibt der Transport über Land, der auch mit den Blausteinen zumindest bis zum Boot und dann wenige km nach Stonehenge zurückgelegt werden musste. Und natürlich ebenfalls mit den viel schwereren Sarsensteinen, die zudem über eine Anhöhe in unwegsamem Gelände gezogen werden mussten. Es gab immer wieder Versuche, Mammutblöcke über Land zu ziehen, was rasch zur Erschöpfung aller Beteiligten führte. Man vermutete auch, dass günstige Witterung (Schnee) abgewartet wurde, sodass ein dahingleitender Schlitten das Ganze etwas einfacher machte. Ein britischer Tischler hatte eine Idee, die live für die Channel Five-Arte-Sendung getestet wurde: ähnlich wie beim Rudern wurden (angespitzte) schmale meterlange Stämme unter einen 12 Tonnen schweren Betonblock gesteckt, der auf zwei längs befestigten Stämmen ruhte, die als Schlitten fungierten.
Auf Kommando hoben ein paar Männer und Frauen an jedem der "Ruder" im Takt den Block in einer Vorwärtsbewegung an. Siehe da, es funktionierte - wobei die Teams anfangs auch ineinandertrudelten, binnen Minuten aber den Dreh raus hatten, wie ihre VorfahrInnen die Aufgabe vielleicht bewältigten. Der Rudertrick kann auch erklären, wie die schweren, mit Zapfen auf die aufrecht stehenden Blöcke gesteckten Decksteine angehoben werden konnten. Es wurde ausprobiert, ob man den Betonblock mit den "Rudern" anheben und Baumstämme darunter schieben kann, mal so rum, mal so rum, wie bei einem Blockhaus. Es klappte, sodass der Block bald einen Meter hoch gehoben war.
Freilich war ein Gerüst notwendig, von dem aus gehoben und dann auf die aufrechten Steine geschoben wird. Ohne Gerüst werden es die Erbauer wohl nicht geschafft haben. Die senkrechten Steine wurden mittels einer Grube aufgestellt, die auf der einen Seite abgeschrägt war. Der so hineinrutschende Stein wurde dann durch Hebel auf der einen und Zug auf der anderen Seite aufgerichtet. Stonehenge unterscheidet von anderen Megalithbauwerken, dass die Steine (bis auf die Blausteine) behauen wurden, was für die Filme nur ansatzweise nachgestellt wurde. Man kann jedoch mit einem gezielt eingesetzten Stein einen anderen Stein grob behauen - sichtbare Resultate sind dann zu erwarten, wenn man darauf viel Zeit und Kraft verwendet.
Der Stonehenge-Nachbau diente diversen Experimenten und ist auch so faszinierend, da man sich endlich vorstellen kann, wie es "wirklich" war. Traditionell feiern Neodruiden in Stonehenge (das ansonsten nicht für Touristen zugänglich ist) die Sommersonnenwende (auch wenn die Druiden, als deren Nachfolger sie sich sehen, Stonehenge nicht erbauten, wohl aber nutzten). War es jedoch wirklich dieses Datum, auf das die Anlage ausgerichtet wurde? Mit einer massiven Lichtquelle wurde die Position von Winter- und Sommersonnenwende vor 5000 Jahren nachgestellt. Die "Originalsonne" war hier nicht dienlich, da sich die Erdachse seither weiter geneigt hat. Zwischen jenen beiden Steinen, die den Weg zum Steinkreis flankieren, brach die künstliche Sommersonne effektvoll durch. Weit beeindruckender war jedoch die nachgestellte Wintersonnenwende, mit viel gleißender wirkendem Licht.
Außerdem gibt es vier steinerne Markierungen außerhalb des Kreises, die am Mond ausgerichtet sind, wenn er alle 19 Jahre in Winternächten besonders hell ist. Nun verstehe ich durchaus, dass Menschen, die einen Steinkreis erbauen konnten, auch in der Lage sind, den Punkt der aufgehenden Wintersonne zu markieren - wie aber sollten sie mit einem Ereignis umgehen, das weit seltener ist, wo es doch keinerlei schriftliche Aufzeichnungen gab? Diese Frage erinnert an das Staunen über die Himmelsscheibe von Nebra, die BBC Horizon akribisch untersuchte. Mit dem Ergebnis, dass es sich um die älteste bekannte Abbildung der - nur manche Monate im Jahr sichtbaren - Plejaden handelt und dass auch ein Winkel eingezeichnet ist, der mit dem Sonnenstand im Winter zu tun hat (auch hier also Informationen, die für vom Ackerbau abhängige Gesellschaften wichtig waren).
Das Material der Himmelsscheibe gab darüber Aufschluss, woher es stammte und wo sie bearbeitet wurde: das Metall wurde im heutigen Österreich abgebaut und das Kunstwerk eben im Osten Deutschlands angefertigt. Mittlerweile hat man in Nebra auch Überreste einer Art Tempelanlage ausgegraben. Nebra und Stonehenge werfen die Vorstellungen von primitiven VorfahrInnen über den Haufen, da sowohl Steinkreis als auch Himmelsscheibe älter sind als etwa die Pyramiden. Freilich ist Stonehenge nicht allein, obwohl einzigartig: in der Gegend wimmelt es von Steinsetzungen, und man fand auch ein Woodhenge (Überreste einer hölzernen Anlage) und neuerdings ein Seahenge (eine hölzerne Anlage im Meer, datiert auf 2050 v.u.Z.).
Das "ultimative" Stonehenge-Experiment beinhaltete auch eine akustische Untersuchung - mit dem Ergebnis, dass der Schall wellenförmig von den Steinen reflektiert und auf einer Bahn nach außen gelenkt wurde. Dort versammelten sich wohl auch TeilnehmerInnen an welchen Ritualen und Versammlungen auch immer, doch durch die Konstruktion des Steinkreises konnten sie nicht sehen, was im Inneren passiert. Offenbar sollten sie es aber hören....
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