Da ich einiges erlebt habe, das heavy ist, war der Blog lange inaktiv. Nun ist meine Lage zwar nicht besser geworden, eher verzweifelter, da ich einen Job suche und auch kein Arbeitslosengeld beziehe. Es wurde mir zum Verhängnis, mich für andere einzusetzen, absurderweise für die Regierung, die in heiklen Fragen sehr angegriffen wurde (und für die es ein leichtes wäre, mir zu helfen). Also Leute, ich weiss nicht, wie intensiv ich nun bloggen werde, ich warte ja auch die Ceiberweiber-Seite regelmäßig, die mir immerhin als meine Visitenkarte geblieben ist.
Dort steht auch in Ceiberweiber in Not, was ich kann und machen möchte - journalistische Aufträge oder / und die Mitarbeit in Projekten, auch Recherchen und das Helfen beim Erstellen von Broschüren, Büchern etc. An Aktuellem und sehr Nachgefragtem gibts bei Ceiberweiber gerade eine Dokumentation des deutschen Filmemachers und Journalisten Frieder Wagner über den Einsatz von Uranmunition und dessen furchtbare Folgen. Und wer sich für 9/11 interessiert, womit ich mich mal sehr befasst habe, ich habe eine ausführliche Darstellung dazu in zwei Teilen online gestellt.
Was haben wir sonst noch? :-) 11 Jahre Frauen beim Bundesheer beispielsweise, wobei ich zu meinem Erstaunen hörte, dass sich bislang noch kaum jemand ernsthaft und abseits der Klischees dafür interessierte (die Redaktion der sehr guten katholischen Frauenzeitschrift Welt der Frau ausgenommen). Recht spannend ist auch die Entwicklung von Kununu, dem Portal zur Bewertung von ArbeitgeberInnen durch ArbeitnehmerInnen, wo Kriterien der Gleichstellung von Männern und Frauen ebenso eine Rolle spielt wie Corporate Social Responsibility. Also dadurch auch alle, die nicht so sensibilisiert sind, auf die Bedeutung dieser Fragen hingewiesen werden.
Da die Grünen eine wegen der Weitergabe von Unterlagen an Medien gefeuerte Person (trans) gendern, habe ich auch eine Aufforderung zur Emanzipation anstelle von zwanghaftem Gendern verfasst. Dazu gibts positive Rückmeldungen in den Foren des Standard, auch weil die Erwartungen an mich vielleicht etwas anders sind. Frau kann Frauen aber irgendwann nicht mehr bedingungslos verteidigen, vor allem dann nicht, wenn sie Möglichkeiten nicht nutzen und nach Jahren der Frust über "die Männer" ausbricht. Es ist gerade unter Frauen verpönt, sich aktiv für etwas einzusetzen, um etwas zu kämpfen.
Natürlich kommen auch viele Männer nicht klar mit so einer Konkurrenz, aber das wäre bewältigbar, wenn Frauen zu abstrakter Solidarität (= zu Solidarität?) fähig wären. Es geht bei Frauen aber oft um "die da" (bzw. was findet "der" an "der da", das ist dann nochmal eine Steigerungsstufe der Abwertung), von der frau sich distanziert, deren Einsatz für andere aber ganz angenehm ist. Das Nichtkämpfen führt dann halt auch zu einem anderen Horizont an Erfahrungen, sodass die Erfahrungen jener Frauen, die sich auch wirklich in der sogenannten Männerwelt bewegen, mit Mini-Maßstäben gemessen werden.
Also das eigene ein bisschen irgendwo zaghaft Kritik geübt zu haben, was nicht alle toll fanden, wird mit dem gleichgesetzt, was Frauen erleben, die wirklich etwas bewegen und bewegen wollen. Das ist in etwa so, wie wenn frau Schwerverletzte mit ein paar Taschentüchern versorgen will, weil das doch auch so gegangen ist, als sie sich das Knie angeschlagen hat. Nicht von ungefähr ist übrigens der aktive Zuspruch zu Ceiberweiber von Männern stärker als von Frauen, obwohl die meisten Inhalte doch frauenbezogen sind. Die allgemeineren Texte werden aber so sehr geschätzt, weil sich auch für Authentizität und journalistische Ethik stehen, dass mann zum Fan wird :-)
Neben den vielen deutschen Fans (danke an eure Versuche, mir zu helfen, es wird schon was werden, es ergeben sich so bestimmt auch Artikelaufträge) gibt es auch Ermutigung aus Österreich, etwa vom Betreiber des Blogs Imponderabilien. Er hat letztlich auch den Anstoss gegeben, diesen Blog zu reaktivieren, denn um auf seinem Blog zu reagieren, musste ich mich anmelden und dachte an meinen Blogger-Account. Danke auch für den Linktipp zu einem Artikel über Sibilla Aleramo, die Wegbereiterin des Feminismus in Italien, deren Motto offenbar war "Ich liebe, also bin ich".
23.02.09
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